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Mord, Trauma und Medien: Warum deutsche Täter kaum beachtet werden

In einem erschütternden Fall von Gewalt in Rotenburg wurde ein 33-jähriger Bundeswehrsoldat zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in der Nacht zum 1. März 2024 vier Menschen tötete, darunter ein dreijähriges Mädchen. Der Soldat, der am 28. Februar 2025 verurteilt wurde, gab an, seine Taten aus Rache an Personen begangen zu haben, die seine Ehe sabotiert hatten.

In der furchtbaren Tatnacht erschoss der Soldat den neuen Lebensgefährten seiner Frau, dessen Mutter und die beste Freundin seiner Frau, die während des Vorfalls das Kind hielt. Der Täter bestreitet, das Kind absichtlich erschossen zu haben.

Mediale Analyse und gesellschaftliche Reaktionen

Trotz der Schwere dieser Gewalttat erhielt der Fall weit weniger mediale Aufmerksamkeit im Vergleich zu einem anderen Vorfall in Aschaffenburg, bei dem ein zweijähriger Junge und ein 41-jähriger Mann starben. Der mutmaßliche Täter in Aschaffenburg, ein 28-jähriger Afghane, leidet wahrscheinlich an einer psychischen Erkrankung, die mit der Tat in Verbindung steht. Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere Politiker äußerten sich betroffen über die Geschehnisse in Aschaffenburg, was eine Welle von Reaktionen auslöste.

Eine aktuelle Studie von Journalismusprofessor Thomas Hestermann von der Hochschule Macromedia in Hamburg, die 2023 veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass in der Berichterstattung über Gewaltkriminalität ein signifikantes Ungleichgewicht herrscht. Während 66,7 Prozent der deutschen Tatverdächtigen laut Polizei sind, liegt deren Anteil in den Medien zwischen 15,8 und 18 Prozent. Diese Verzerrung führt zu Irrtümern über die Kriminalität von Ausländern und hat in der Öffentlichkeit einen negativen Einfluss auf die Wahrnehmung.

Die Untersuchung analysierte 645 Beiträge zur Gewaltkriminalität, darunter 376 Zeitungsartikel aus überregionalen Zeitungen wie der Bild, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Zeitraum der Analyse erstreckte sich von Januar bis April 2023, und es wurden 269 TV-Beiträge aus verschiedenen Nachrichtenformaten berücksichtigt.

Die Experten betonen, dass biografische Erfahrungen und psychische Traumata bei der Entstehung von Gewalttaten eine entscheidende Rolle spielen können. Statistiken zeigen, dass 87 Prozent der Geflüchteten in Deutschland traumatische Erlebnisse durchlebt haben, während 30 Prozent an Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden. Dies verdeutlicht die Komplexität des Themas und die Notwendigkeit, die Hintergründe solcher Taten differenziert zu betrachten.

Ort des Geschehens

Ort des Geschehens

Statistische Auswertung

Was ist passiert?
Mord/Totschlag
In welcher Region?
Rotenburg, Aschaffenburg
Genauer Ort bekannt?
Rotenburg (Wümme), Deutschland
Gab es Verletzte?
4 verletzte Personen
Festnahmen
1
Ursache
Eheproblematik, psychische Erkrankung
Beste Referenz
fr.de
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