
Fünf Bremerinnen und Bremer haben in einem Bericht ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus geteilt, der aufzeigt, wie tiefgreifend Diskriminierung im Alltag verwurzelt ist. Laut buten un binne erlebten die Befragten verschiedenste Formen von Rassismus in ihrem Leben, wobei ihre Erlebnisse sowohl aus der Kindheit als auch aus der Gegenwart stammen.
Efstathios Kevrekidis, ein 50-jähriger Technikmanager mit griechischen Wurzeln, schilderte, wie er bereits als Kind von der Zivilpolizei kontrolliert wurde und später Diskriminierung beim Eintritt in eine Disco erlebte, die für „Ausländer nur mit Clubkarte“ zugänglich war. Adrian Adu (33), Salesmanager und Künstler mit ghanaischem Hintergrund, berichtete von einer ähnlichen Diskriminierung in der Schule, wo ihm die Lehrerin die Teilnahme an einer Klassenfahrt verweigerte. Er kämpfte auch um einen Schulwechsel, nachdem ihm eine Empfehlung zur Realschule gegeben wurde.
Erfahrungen von Benachteiligung und Vorurteilen
Sadaf Zahedi, eine 40-jährige Autorin und politische Aktivistin aus Afghanistan, kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland und erlebte Diskriminierung bei der Wohnungssuche, indem sie in sozial schwache Gegenden umgesiedelt wurde. Sie betont den täglichen Kampf gegen Vorurteile und die Belastungen, die Rassismus mit sich bringt. Süleyman Abdullah Akcur (77), ein Rentner, der in den 1970er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam, schilderte Rassismus am Arbeitsplatz, wo ein Kollege beleidigende Bemerkungen machte. Nach einer Beschwerde beim Betriebsrat entschuldigte sich der Kollege später.
Rahaf Moselli, eine 45-jährige Sozialassistentin, die 2015 aus Syrien kam, hat sowohl im Arbeitsleben als auch im öffentlichen Raum wiederholt Rassismus erlebt. Sie hebt hervor, dass Kinder oft toleranter sind als Erwachsene und äußert Bedenken über die politische Entwicklung in Deutschland und deren Auswirkungen auf Menschen mit Migrationsgeschichte.
Zusätzlich untersucht eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Auswirkungen von Diskriminierung auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Analyse, veröffentlicht im Jahr 2012, zeigt, dass Diskriminierungserfahrungen Reethnisierungsprozesse auslösen, Vorurteile das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und Ausgrenzung das Risiko von Gewalt und Armut erhöht. Laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes verschlechtert Diskriminierung zudem die Integration in den Arbeitsmarkt und hat negative Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen.