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Landkreis Dachau ringt um gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge – 600 Betten bis Jahresende geplant

Analyse:

  • Artikelthema: Unterbringung von Geflüchteten im Landkreis Dachau
  • Veröffentlichungsdatum: 19.09.2023, 09:10 Uhr
  • Autor: Stefanie Zipfer

Grundlegende Fakten und Informationen:

  • Der Landkreis Dachau plant die Schaffung von 600 weiteren Betten für die Unterbringung von Geflüchteten bis zum Jahresende.
  • Die Verteilung der Geflüchteten innerhalb des Landkreises gestaltet sich jedoch schwierig.
  • Es existiert bislang nur eine rechtliche Verteilungsquote auf Landkreisebene, daher konnten sich bestimmte Gemeinden erfolgreich vor der Unterbringung von Asylbewerbern drücken.
  • Ab Anfang 2024 sollen nun auch Hilgertshausen-Tandern und Sulzemoos bei der Unterbringung von Geflüchteten mitwirken.
  • Neben Betten werden auch Kitaplätze, Schulplätze, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Anbindungen benötigt, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten.
  • Bisher sind bereits 250 neue Betten geschaffen worden, unter anderem durch Containerlösungen und den Umbau eines Seniorenheims.
  • Weitere 300 Betten in Containern und angemieteten Wohnräumen sind geplant.
  • Es gibt auch ein Zelt im Indersdorfer Gewerbegebiet als Notfalloption.
  • Im Jahr 2023 gab es bisher acht Abschiebungen und sechs freiwillige Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern.
  • Die Migrationsberatung des Bundes soll trotz steigender Zugangszahlen massiv zurückgefahren werden.

Artikel:

Landkreis Dachau schafft weitere Betten für die Unterbringung von Geflüchteten

Der Landkreis Dachau hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende dieses Jahres 600 zusätzliche Betten zur Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. Dies stellt jedoch eine große Herausforderung dar, da die Verteilung der Geflüchteten innerhalb des Landkreises ungleich ist.

Bisher gibt es nur eine rechtliche Vorgabe für die Verteilungsquote auf Landkreisebene. Dies ermöglicht es bestimmten Gemeinden, sich der Unterbringung von Asylbewerbern zu entziehen, indem sie beispielsweise auf eine schlechte öffentliche Verkehrsanbindung oder ungeeignete Grundstücke verweisen.

Siehe auch:   AfD und Justiz ermitteln wegen SA-Losungs-Verwendung in Sachsen-Anhalt und Passau

Ab Anfang 2024 sollen auch Hilgertshausen-Tandern und Sulzemoos bei der Unterbringung von Geflüchteten mitwirken. Landrat Stefan Löwl betont, dass es nicht ausreicht, einfach nur Betten zur Verfügung zu stellen. Es werden auch Kitaplätze, Schulplätze, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Anbindungen benötigt, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten. Aus diesem Grund wird der Landkreis je ein Einfamilienhaus in Sulzemoos und Hilgertshausen mieten, in denen Flüchtlinge leben sollen.

Bereits jetzt wurden 250 neue Betten geschaffen, unter anderem durch Containerlösungen und den Umbau eines ehemaligen Seniorenheims. Weitere 300 Betten in Containern und angemieteten Wohnräumen sind in Planung. Zusätzlich gibt es ein Zelt im Indersdorfer Gewerbegebiet, das als Notfalloption dient und bis Ende November bereitgehalten wird, um die Belegung einer weiteren Turnhalle zu vermeiden.

Die Rückführung abgelehnter Asylbewerber verläuft im Landkreis Dachau bisher schleppend. Im Jahr 2023 gab es bisher nur acht Abschiebungen und sechs freiwillige Ausreisen. Die Ampel-Regierung wird von Landrat Löwl kritisiert, da die Migrationsberatung des Bundes trotz steigender Zugangszahlen massiv zurückgefahren werden soll.

FAQs:

Wie viele zusätzliche Betten sollen im Landkreis Dachau geschaffen werden?

Bis Ende des Jahres sollen 600 zusätzliche Betten für die Unterbringung von Geflüchteten im Landkreis Dachau geschaffen werden.

Welche Gemeinden nehmen bisher nicht an der Unterbringung von Geflüchteten teil?

Einige Gemeinden im Landkreis Dachau haben sich bisher erfolgreich vor der Unterbringung von Asylbewerbern gedrückt, indem sie auf eine schlechte öffentliche Verkehrsanbindung oder ungeeignete Grundstücke verweisen. Ab Anfang 2024 sollen jedoch auch Hilgertshausen-Tandern und Sulzemoos bei der Unterbringung von Geflüchteten mitwirken.

Welche Anforderungen müssen neben Betten erfüllt werden, um eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen?

Neben Betten werden Kitaplätze, Schulplätze, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Anbindungen benötigt, um eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten zu gewährleisten.

Wie viele neue Betten wurden bereits geschaffen?

Bisher wurden 250 neue Betten geschaffen, unter anderem durch Containerlösungen und den Umbau eines ehemaligen Seniorenheims. Weitere 300 Betten sind in Planung.

Gibt es eine Notfalloption für die Unterbringung von Geflüchteten?

Ja, im Indersdorfer Gewerbegebiet gibt es ein Zelt, das als Notfalloption dient und bis Ende November bereitgehalten wird, um die Belegung einer weiteren Turnhalle zu vermeiden.

Siehe auch:   Verwirrung im Stimmkreis 603 Bad Kissingen: Freia Lippold-Eggen immer noch als AfD-Bezirkstagskandidatin auf den Briefwahlunterlagen

Gefundene Quellen für diesen Artikel: 4
Wichtigste Quelle für die Basisinformationen und Factcheck: www.merkur.de

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