Greiz

Theaterherbst in Greiz: Schiffbrüchige werden zu Kannibalen

Schiffbrüchige werden zu Kannibalen in Greiz

Greiz. Der Greizer Theaterherbst fasziniert das Publikum mit der Farce „Auf hoher See“.

Die Schauspielwerkstatt des Greizer Theaterherbstes feierte am Sonntag im "10naRium" ihre umjubelte Premiere der Farce "Auf hoher See" des polnischen Dramatikers Slawomir Mrozek (1920-2013). Die einstündige Inszenierung unter der Leitung des Leipziger Regisseurs Matthias Nagatis führte das Publikum entlang menschlicher Abgründe. Die Ausstattungswerkstatt unter der Leitung der Berliner Bühnenbildnerin Julia Kopa schuf mit ein paar Holzstühlen, einem Rettungsring und einem Koffer den schaukelnden Schicksalsort der Protagonisten auf dem "Meer der Tränen".

Die Ausgangssituation des Einakters ist dramatisch: Drei Schiffbrüchige befinden sich auf einem Floß und haben keine Nahrungsvorräte mehr. Um zu überleben, beschließen sie, dass einer von ihnen sich opfern soll, um von den anderen gegessen zu werden. Das Losverfahren wird in Erwägung gezogen, aber dann entscheiden sie sich für demokratischen Parlamentarismus mit Wahlkampf und diskutieren darüber, wer nicht als Nahrungsmittel geeignet ist. Doch auch dieser Ansatz scheitert aufgrund von Zweckbündnissen und Regeln gegen den Verzehr von Waisenkindern. Einer der Schiffbrüchigen gerät jedoch immer mehr in den Fokus der hungrigen Kollegen, und als er eine Büchse mit Nudeleintopf findet, ist es bereits zu spät. Die Entscheidung steht fest: Es wird Menschenfleisch gegessen.

Die Inszenierung von Matthias Nagatis zeigt eindrucksvoll, welche Abgründe sich in ausweglosen Situationen auftun können und wie Egoismus und Überlebenswille die Solidarität und das Mitgefühl überschatten können. Das Stück und die Inszenierung verdeutlichen auch, wie Menschen Macht an sich reißen und diese missbrauchen können. Jeder der Charaktere hat keinen Namen, was symbolisiert, dass jeder in eine ähnliche Situation geraten kann und ethische Fragen für sich selbst beantworten muss.

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Besonders beeindruckend sind die Darsteller Pauline Freese, Robert Riedel und Bernd Axtmann in den Rollen der Schiffbrüchigen und Martin Wohlgefarth als Postbote. Ihr präzises Spiel, ihre Bühnenpräsenz und ihre Ausdrucksstärke machen die Inszenierung zu einem witzig-schrägen und nachdenklichen Theatererlebnis. Das Publikum belohnte die Darsteller, den Regisseur und das Bühnenbild mit lang anhaltendem Applaus.

FAQs

Was ist die Ausgangssituation des Stücks?

Die Ausgangssituation des Stücks "Auf hoher See" ist, dass drei Schiffbrüchige auf einem Floß treiben und keine Nahrung mehr haben. Um zu überleben, beschließen sie, dass einer von ihnen sich opfern soll, um von den anderen gegessen zu werden.

Wer hat die Inszenierung des Stücks geleitet?

Die Inszenierung des Stücks wurde von Matthias Nagatis, einem Regisseur aus Leipzig, geleitet.

Welche Bedeutung hat es, dass die Charaktere keine Namen haben?

Die Tatsache, dass die Charaktere im Stück keine Namen haben, symbolisiert, dass jeder in eine ähnliche Situation geraten kann und ethische Fragen für sich selbst beantworten muss.

Welche Darsteller haben in der Inszenierung mitgewirkt?

Die Darsteller Pauline Freese, Robert Riedel, Bernd Axtmann und Martin Wohlgefarth haben in der Inszenierung mitgewirkt.

Wie wurde die Inszenierung vom Publikum aufgenommen?

Das Publikum war begeistert von der Inszenierung und belohnte die Darsteller, den Regisseur und das Bühnenbild mit lang anhaltendem Applaus.


Gefundene Quellen für diesen Artikel: 4
Wichtigste Quelle für die Basisinformationen und Factcheck: www.otz.de

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