Griechenland

Griechenland bittet Touristen wegen Unwetterschäden zur Kasse: Übernachtungsabgabe für Griechenland-Touristen steigt in Fünf-Sterne-Hotels auf sechs Euro

Griechenland bittet Touristen wegen Unwetterschäden zur Kasse

Die schweren Überschwemmungen in Mittelgriechenland haben erhebliche Schäden verursacht. Die griechische Regierung plant, auch Touristen an den Kosten zu beteiligen. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis versprach den Menschen in den Flutgebieten Soforthilfen und einen schnellen Wiederaufbau. Das Ausmaß der Schäden wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt, was etwa drei Prozent des griechischen BIP entspricht. Mindestens 17 Menschen sind bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen. Die Region Thessalien, die als Kornkammer Griechenlands gilt, ist besonders betroffen. Die EU stellt Griechenland Hilfsgelder von mehr als zwei Milliarden Euro in Aussicht.

Für betroffene Bewohner wurden bereits Soforthilfen in Höhe von 25 Millionen Euro bereitgestellt. Die genaue Schadensbilanz kann jedoch erst ermittelt werden, wenn sich das Wasser zurückgezogen hat. Die zerstörte Infrastruktur erschwert die Lage zusätzlich. Die griechische Regierung sieht sich finanziell in Bedrängnis, da ab nächstem Jahr wieder die Regeln des Stabilitätspaktes gelten sollen, was den Haushalt einschränkt. Finanzminister Kostis Chatzidakis bereitet einen Nachtragshaushalt von rund 600 Millionen Euro für Soforthilfen vor.

Trotz der Flutkosten beabsichtigt die Regierung, an den fiskalischen Zielen festzuhalten. Griechenland strebt einen Primärüberschuss von 0,7 Prozent des BIP in diesem Jahr an. Die Mittel für Naturkatastrophen sollen von 300 auf 600 Millionen Euro erhöht werden. Um die Kosten zu decken, plant die Regierung eine Erhöhung der Übernachtungsabgabe für Touristen in griechischen Hotels. In Fünf-Sterne-Häusern soll diese auf sechs Euro pro Nacht und Gast steigen. Die Flutkatastrophe wirkt sich auch auf den Betrieb des Hafens von Piräus aus, dem größten Containerhafen im Mittelmeer. Die Bahntrasse in Thessalien ist auf einer Länge von rund 50 Kilometern stark beschädigt, was voraussichtlich mindestens zwei Monate dauern wird, um sie wieder befahrbar zu machen.

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Premierminister Mitsotakis steht politisch unter Druck, da die Überschwemmungen bereits die dritte große Katastrophe in diesem Jahr für Griechenland darstellen. Umfragen zeigen eine wachsende Unzufriedenheit mit der Arbeit der konservativen Regierung. In vier Wochen finden Kommunal- und Regionalwahlen statt, bei denen die Regierungspartei Nea Dimokratia möglicherweise die Auswirkungen der schlechten Stimmung zu spüren bekommt.

FAQs

Frage: Wie hoch sind die Schäden durch die Überschwemmungen in Griechenland?
Antwort: Die Schäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt, etwa drei Prozent des griechischen BIP.

Frage: Welche Soforthilfen werden zur Verfügung gestellt?
Antwort: Betroffene Bewohner haben bereits Soforthilfen in Höhe von 25 Millionen Euro erhalten.

Frage: Wie reagiert die EU auf die Situation?
Antwort: Die EU stellt Griechenland Hilfsgelder von mehr als zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Frage: Wie wird Griechenland die Kosten decken?
Antwort: Die Regierung plant eine Erhöhung der Übernachtungsabgabe für Touristen in griechischen Hotels.

Frage: Wie wirkt sich die Flutkatastrophe auf den Hafen von Piräus aus?
Antwort: Die Bahntrasse in Thessalien, die den Hafen mit dem Rest des Landes verbindet, ist über eine Länge von rund 50 Kilometern schwer beschädigt. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich mindestens zwei Monate dauern.

Frage: Welche politischen Auswirkungen hat die Flutkatastrophe?
Antwort: Die schlechte Stimmung und wachsende Unzufriedenheit könnten sich bei den anstehenden Kommunal- und Regionalwahlen negativ auf die Regierungspartei Nea Dimokratia auswirken.


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