
Heinrich Muckle, der älteste Bürger von Peiting, feierte kürzlich seinen 102. Geburtstag. An diesem besonderen Tag überbrachte Bürgermeister Peter Ostenrieder die Glückwünsche der Gemeinde und überreichte ein Osternest mit Peitinger Honig an den Jubilar. Auch seine Tochter Renate Paschke war anwesend und stieß auf die Gesundheit ihres Vaters an.
Heinrich Muckle wurde fünf Jahre nach dem Ersten Weltkrieg in Speyer geboren und erhielt seine Schulbildung an der Volks- und Oberschule in seiner Heimatstadt. Anschließend absolvierte er eine Lehre in Sozial- und Krankenversicherung. Im Jahr 1941 wurde er zur Marine nach Cuxhaven eingezogen und diente auf einem Vorpostenschiff bei Le Havre. Die schwere Verwundung, die er während des Krieges erlitt, prägte sein weiteres Leben.
Lebensweg und Karriere
Nach dem Kriegsende 1945, das er an der Marine-Kriegsschule in Flensburg erlebte, heiratete Muckle im November 1945 seine Frau Christa, die er in einem Flüchtlingszug getroffen hatte. Zwei Jahre nach der Heirat wurde seine Tochter Renate geboren. 1955 übernahm er die Position des Dienststellenleiters der AOK in Schongau, wo die AOK damals in einem Gebäude gegenüber vom Butterwerk untergebracht war. Dort fand später eine Pizzeria ihren Platz. Aufgrund seiner Kriegsverletzungen ging Muckle 1982 vorzeitig in Pension.
Nach seiner Pensionierung reiste er mit seiner Frau Christa nach Ungarn, um Heilbäder zu besuchen. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2015 lebt Heinrich Muckle nun allein in seiner Wohnung, wird jedoch von seiner Tochter Renate unterstützt.
Erinnerungen an das Bergwerk
Parallel zu dieser Feierlichkeit wird im Klösterle-Museum eine Sonderausstellung zur Schließung des Peitinger Bergwerks am 28. Juni 1968 gezeigt. Diese Ausstellung, die am 30. Juni 2018 eröffnet wurde, zeigt etwa 600 Fotos, die der ehemalige Bergmann Alfred Braun in chronologischer Reihenfolge zusammengestellt hat. Die Bilder dokumentieren den Arbeitsalltag der Bergleute, viele davon wurden von den Arbeitern selbst aufgenommen. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Arbeitsbedingungen, die von 8-Stunden-Schichten und der Kohleförderung geprägt waren. Die Bergleute waren damals extremen Bedingungen ausgesetzt, darunter Lärm, Kohlestaub und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen.
In dem Zeitraum von 1920 bis 1968 starben insgesamt 31 Bergleute im Peitinger Bergwerk, dessen Schließung durch das Aufkommen von Heizöl, das kostengünstiger und praktischer war, bedingt war. Viele der Bergleute, die kurz vor der Rente standen, fanden nach der Schließung neue Anstellungen in Handwerksbetrieben.
Zusammen zeigen die Feierlichkeiten um Heinrich Muckle und die Ausstellung im Klösterle-Museum, wie stark die Lebensgeschichten und historischen Ereignisse in Peiting miteinander verknüpft sind, und sie bieten einen wertvollen Einblick in die Vergangenheit der Region.