
Schwere Vorwürfe gegen einen leitenden Arzt der Helios St. Marienberg Klinik in Helmstedt sorgen derzeit für Aufsehen. Die Gewerkschaft Verdi hat den Fall öffentlich gemacht, der vor dem Arbeitsgericht Braunschweig verhandelt wird. Der Verhandlungstermin ist für den 16. April 2025 angesetzt.
Der Betriebsrat der Klinik fordert die Entlassung des Arztes aufgrund von sogenannten „dubiosen Vorgängen“. Die Vorwürfe umfassen unter anderem, dass der Arzt während einer Herzkatheter-Untersuchung ohne Anlass die Sonde aus dem Herzen einer Patientin entfernt hat, was zu einer Lebensgefahr führte. Zudem wurde ihm vorgeworfen, einen Infarkt-Patienten nicht als Notfall zu behandeln, was zum Tod des Patienten am folgenden Tag führte.
Unklare berufliche Zukunft des Arztes
Ursprünglich plante die Klinik, den Arzt zu kündigen, bot ihm jedoch im Nachgang eine Beförderung an. Der Betriebsrat verweigerte die Zustimmung zur Beförderung, was nun zu einem Gerichtsverfahren führt. Beschäftigte der Klinik haben zudem beobachtet, dass es einen Verdacht auf eine künstliche Erhöhung der Anzahl von Herzkatheter-Untersuchungen im Arbeitsbereich des Arztes gibt. Die Personalabteilung betont, dass die Zahlen des Arztes „gut“ seien, was den Betriebsrat misstrauisch macht.
Die Beschäftigten sind bereit, eidesstattliche Versicherungen abzugeben, während ein Sprecher von Helios betont, dass alle Vorwürfe ernst genommen und gründlich geprüft werden. Die Verhandlung am Amtsgericht Braunschweig, die ursprünglich für den 26. März 2025 angesetzt war, wurde auf den 16. April 2025 verschoben, um die Ersetzung der Betriebsrats-Entscheidung zu klären.
Weitere Informationen zu diesem Vorfall berichteten auch die Kollegen vom Braunschweig Spiegel, die zusätzlich auf Auffälligkeiten im Arbeitsalltag des Oberarztes hinweisen und darauf, dass der Oberarzt bei der Behandlung von Patienten umstrittene Entscheidungen getroffen haben soll.
Die Entwicklungen im Fall des Arztes werfen Fragen über die medizinische Praxis und die Entscheidungsprozesse innerhalb des Klinikums auf, während die Beschäftigten gleichzeitig auf die Einhaltung der ethischen Standards im Gesundheitswesen drängen.
Details über die Vorwürfe und die anstehenden Verhandlungen finden sich auf News38.