
Neu Darchau und sein Ortsteil Katemin stehen beim Hochwasser häufig schutzlos der Elbe gegenüber. Um dem entgegenzuwirken, plant die Samtgemeinde Elbtalaue unter der Leitung von Bürgermeister Jürgen Meyer den Bau eines rund zwei Kilometer langen grünen Deiches, der als Lückenschluss zum bestehenden Deich in Walmsburg dienen soll. Eine Machbarkeitsstudie, die beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Auftrag gegeben wurde, liegt bereits vor. Der Antrag zur Planfeststellung für das Projekt soll noch in diesem Jahr eingereicht werden.
Das Planfeststellungsverfahren wird voraussichtlich ein Jahr oder länger in Anspruch nehmen, gefolgt von der Ausschreibung der benötigten Bauabschnitte. Laut dem zuständigen Umweltminister Christian Meyer ist die Gefährdung von Neu Darchau und Katemin durch Flutkatastrophen klar erkennbar, besonders im Hinblick auf die Hochwasserereignisse von 2011 und 2013. Das Land Niedersachsen hat daher nahezu eine Million Euro für die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen bereitgestellt, nachdem die EU-Förderperiode für einen Teil der letzten Planungsphase ausgelaufen ist.
Geplante Infrastrukturmaßnahmen
Die Vorstudie des NLWKN hat gezeigt, dass der Bau des neuen Deiches mit dem zeitgleichen Bau der geplanten Elbbrücke in Neu Darchau vereinbar ist. Aktuell sind drei von vier Planungsphasen bereits realisiert, jedoch fehlen noch einige Gutachten für den Antrag zum Bau des Deiches. Der Hochwasserschutz liegt in der Verantwortung von Deichverbänden oder Gemeinden; in diesem Fall ist die Samtgemeinde Elbtalaue zuständig.
Zusätzlich gibt es Überlegungen zur Gründung eines neuen Deichverbandes, der eine 100-prozentige Förderung für den Deichbau erhalten könnte. Die Baukosten für einen Kilometer Deich könnten bis zu 10 Millionen Euro betragen. Zudem findet eine Diskussion über den Bau eines Pumpwerkes am Kateminer Mühlenbach statt, wobei die Samtgemeinde eine Kostenübernahme durch das Land anstrebt.
Hochwasserereignisse in der Vergangenheit, insbesondere das Hochwasser im Juni 2013 mit einem Pegelstand von 7,91 Metern in Neu Darchau, haben die Notwendigkeit eines dauerhaften Hochwasserschutzes verdeutlicht. Ingenieur Heinrich König vom NLWKN verwies auf die Notdeiche und Sandsackwälle, die während der Hochwasserereignisse 2011 und 2013 errichtet wurden. Die Arbeiten zur technischen Planung haben bereits begonnen, und naturschutzfachliche Untersuchungen sowie Kartierungen laufen derzeit.
Für weitere Informationen zu diesem Thema wird auf die Berichterstattung von Landeszeitung sowie auf die Pressemitteilung des NLWKN verwiesen. Diese Stellen bieten aktuelle Informationen zu den Herausforderungen und Fortschritten im Hochwasserschutz für die betroffenen Gemeinden.