
Ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Abfall ist auf dem Weg von Großbritannien nach Niederaichbach in Bayern. Laut HNA wird der Transport von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Essen sowie dem britischen Unternehmen Sellafield Ltd. organisiert. Deutschland ist verpflichtet, den Atommüll aus der Wiederaufbereitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken zurückzunehmen. Der Transport verläuft voraussichtlich durch Südniedersachsen, einschließlich des Landkreises Northeim, und führt von Nordenham über Bremen, Hannover, Northeim, Göttingen, Fulda und Nürnberg nach Landshut. Die Fahrtzeit beträgt mehr als 14 Stunden.
Der Castor-Transport hat am Dienstagmorgen um 5:30 Uhr im Hafen Nordenham begonnen. Die Castor-Behälter, die jeweils rund 100 Tonnen wiegen, wurden mithilfe eines Schwerlastkrans auf die Eisenbahnwaggons verladen. Dieser Verladeprozess wurde von Sachverständigen begleitet, die die Einhaltung der gesetzlichen Strahlungsgrenzwerte überprüften. Der erste Castor-Transport fand bereits am 24. April 1995 statt und war ebenfalls von Protesten entlang der Strecke begleitet.
Proteste und Sicherheitsmaßnahmen
Ein großes Polizeiaufgebot wird den aktuellen Transport absichern, sowohl im Zug als auch an Bahnhöfen und Brücken. Laut taz sind bereits Protestaktionen entlang der Strecke geplant, darunter eine Mahnwache vor dem Göttinger Bahnhof. Während der Ankunft des Spezialschiffs „Pacific Grebe“ im Hafen Nordenham am Dienstagmorgen wurden sieben Castorbehälter mit hochradioaktivem Müll aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield transportiert. Die Abfahrt des Zuges wird frühestens für Mittwochabend erwartet.
Die Behörden und die Polizei geben keine Auskunft über die Route und die genaue Abfahrtszeit des Zuges. Im Hafenbereich sind Mannschaftswagen der Polizei im Einsatz, und die Anwohner müssen sich in den nächsten Tagen auf Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen einstellen. Darüber hinaus wurde eine Flugverbotszone über dem Hafengebiet und der Bahnstrecke Nordenham-Hude bis Donnerstag eingerichtet.
Atomkraftgegner kritisieren den Transport und fordern ein Konzept für eine sichere Endlagerung von Atommüll. Initiativen haben bereits Mahnwachen und Kundgebungen entlang der Bahnstrecke angekündigt. Bereits am vergangenen Samstag fanden Proteste in Bremen und Nordenham statt.