
Im Landkreis Northeim stehen grundlegende Veränderungen in der Notarztversorgung bevor. Der Landkreis plant eine schrittweise Neustrukturierung, die durch eine Entscheidung der Krankenkassen angestoßen wurde. Diese haben angekündigt, die Finanzierung von vier Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF) einzustellen und stattdessen nur noch zwei NEF zu finanzieren. Laut der offiziellen Mitteilung wird ein Konzept zur Reduzierung auf zwei NEF bis Anfang 2027 vorgelegt.
Die Entscheidung des Kreistags über die Umstrukturierung im Rahmen des Rettungsdienstbedarfsplans ist für den 4. April 2025 angesetzt. Die Anzahl der Rettungswachen und Rettungswagen bleibt unverändert, und die Notfallversorgung soll weiterhin gewährleistet sein. Ab dem 1. Mai 2025 könnte das NEF in Bad Gandersheim entfallen; die Einsätze würden dann von den NEF in Northeim und Einbeck übernommen.
Auswirkungen und Entwicklungen
Die benachbarte Region Goslar sieht durch den Wegfall des NEF in Bad Gandersheim keine kritischen Auswirkungen auf die Notfallversorgung. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Sören Heitmann, betont, dass die Anwesenheit eines Notarztes oft nicht notwendig sei. Diese Neustrukturierung ermöglicht zudem eine bessere Nutzung des Personals, da Notfallsanitäter freigestellt werden können, um die Rettungswagen zu besetzen.
Für eine zukunftsfähige Notfallversorgung plant der Landkreis Gespräche mit relevanten Akteuren. Zu den modernen Rettungsdienststrukturen gehören unter anderem Telenotfallmedizin, bei der Notfallsanitäter durch Telenotärzte unterstützt werden, sowie erweitertes Fachwissen der Notfallsanitäter, die eigenständig medizinische Maßnahmen durchführen können. Die Einsatzindikationen sollen außerdem gezielter gesteuert werden, um die Effizienz zu erhöhen.
Landrätin Astrid Klinkert-Kittel betont, dass die Notfallversorgung im Landkreis auch in Zukunft sichergestellt bleibt. Neben diesen Entwicklungen wird der Kreistag-Ausschuss für Brand- und Katastrophenschutz am 26. März die Bedarfsplanung des Rettungsdienstes beraten. Weitere Daten zeigen einen Rückgang der Notarzteinsätze von 5360 im Jahr 2019 auf 4177 im Jahr 2024. Ab 2027 wird zudem ein weiterer Standort eines NEF wegfallen, die Entscheidung hierzu soll aus fachlichen Kriterien getroffen werden.
Die SPD-Kreistagsfraktion hat bereits Kritik an den Planungen geübt und die Wichtigkeit der Notarzteinsätze für die Bevölkerung betont. Aufforderungen zur Klärung wurden bei der Landrätin eingereicht, und ein Antrag für die Sitzung am 26. März ist ebenfalls vorgesehen.