Oldenburg

Emotionales Wiedersehen: Historiker trifft Nachfahrin von Kaufmann Lütkens

Der Oldenburger Historiker Dr. Lucas Haasis hat kürzlich eine bedeutende Entdeckung gemacht, die sich auf die Geschichte des Hamburger Kaufmanns Nicolaus Gottlieb Lütkens bezieht. Im Rahmen seines Projektes „Prize Papers“, das Gerichtsdokumente aus den Jahren 1652 bis 1815 digitalisiert, fand Haasis mehr als 300 Jahre alte Briefe von Lütkens. Dieser wurde 1716 geboren und lebte im 18. Jahrhundert als angehender Kaufmann, der zwischen Hamburg, Frankreich und England pendelte.

Haasis, der über Lütkens ein Buch geschrieben hat, suchte über zehn Jahre lang nach lebenden Nachfahren des Kaufmanns. Nachdem die Suche zunächst ohne Erfolg blieb, erhielt er im Sommer 2024 Kontakt von Jane Luetkens, einer Nachfahrin von Nicolaus Gottlieb Lütkens, die in Wimbledon, London lebt. Jane Luetkens besitzt den originalen Siegelstempel ihres Vorfahren, was die Verbindung zur Geschichte Lütkens‘ weiter vertieft.

Emotionale Begegnung im Nationalarchiv

Die erste Begegnung zwischen Haasis und Luetkens fand im Nationalarchiv in London statt und war für beide eine sehr emotionale Erfahrung. Dabei schauten sie gemeinsam die Briefe und Unterlagen an, was für sie beide ein bedeutender Moment war. Jane Luetkens ist eine direkte Nachfahrin von Lütkens und ist sich der Familiengeschichte bewusst, die bis zu ihrem Groß-Groß-Groß-Großvater zurückreicht.

Die Familie Lütkens lebte bis zu Janes Großvater, Gerhart Luetkens, in Hamburg, bevor sie aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach England flohen. Laut Haasis wurde Gerhart Luetkens während des Zweiten Weltkriegs politisch aktiv, da seine Frau aus einer jüdischen Familie stammte. Die einzigen Besitztümer, die sie auf ihrer Flucht mitnehmen konnten, waren eine Teekiste, Silberlöffel und der oben genannte Siegelstempel, der mit den Wachssiegeln auf Lütkens‘ Briefen übereinstimmt.

Haasis plant, dass Jane Luetkens Hamburg besucht, um die „Bel Etage“ von Lütkens im Museum für Kunst und Gewerbe zu besichtigen sowie sein Porträt, das im Hamburger Rathaus hängt. Diese Reisen sind nicht nur eine Fortsetzung ihrer gemeinsamen Geschichte, sondern bieten auch die Gelegenheit, das reiche Erbe ihrer Familie in Hamburg zu würdigen.

Die Entdeckung dieser Briefe offenbart nicht nur die persönlichen Geschichten von Liebe und Geschäft, die über Jahrhunderte hinweg dokumentiert wurden, sondern verdeutlicht auch den Wert der familiären Verbindung über verschiedene Generationen und Länder hinweg, wie auch NDR berichtete. Über die emotionale Bedeutung hinaus hat Haasis nun bei der Betrachtung des Porträts von Lütkens in seinem Arbeitszimmer eine neue Perspektive gewonnen, da die Verbindung zu Jane Luetkens ihm eine tiefere Einsicht in das Leben und die Zeiten seines Vorfahren bietet.

Diese faszinierende Geschichte unterstreicht, wie wichtig der Zugang zu historischen Dokumenten und die Suche nach den eigenen Wurzeln sind, wie auch NWZonline analysierte.

Statistische Auswertung

Was ist passiert?
Sonstiges
In welcher Region?
Wimbledon, London
Genauer Ort bekannt?
Oldenburg, Deutschland
Beste Referenz
ndr.de
Weitere Infos
nwzonline.de