
Das Land Niedersachsen plant, seine Investitionen in den Küstenschutz weiter auszubauen. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) stellte heute entsprechende Pläne vor, jedoch sind konkrete Maßnahmen bislang nicht bekannt. Rund 1,1 Millionen Menschen entlang der Küste sowie auf den Inseln profitieren bereits von Deichen und Dünen, die sie vor Sturmfluten schützen.
Im vergangenen Jahr wurden fast 80 Millionen Euro aus gemeinsamen Mitteln von Bund und Land in mehr als 100 Einzelmaßnahmen investiert. Diese umfassen unter anderem Sandaufschüttungen auf den Inseln Langeoog und Wangerooge sowie die Erhöhung von Deichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Reparatur von Sturmflutschäden, die mit den aktuellen Investitionen vorangetrieben werden sollen. Auffällig ist, dass viele Dünen bereits zur Hälfte der Sturmflutsaison abgetragen oder abgebrochen sind.
Langfristige Küstenschutzstrategie
Küstenschutz ist in Niedersachsen eine Daueraufgabe, da etwa 14 Prozent der Fläche durch Sturmfluten gefährdet sind. Wie das NLWKN berichtet, sichert der Küstenschutz nicht nur das Leben der Bevölkerung, sondern auch deren wirtschaftliche Grundlage sowie die Entwicklung des Landes. Seit 1955 hat Niedersachsen in Summe über drei Milliarden Euro in diesen Bereich investiert, wobei im Jahr 2018 mehr als 60 Millionen Euro bereitgestellt wurden, wovon etwa 40 Millionen Euro an die Hauptdeichverbände flossen.
Die höchsten Deiche in Niedersachsen erreichen eine Höhe von bis zu neun Metern. Ein Beispiel für die Herausforderungen im Küstenschutz war die Sturmflut vom Nikolaustag 2013, die die Wasserstände der Sturmfluten von 1962 und 1976 übertraf. Dank der gut vorbereiteten Deiche blieb der Schaden jedoch relativ gering. Der NLWKN ist zudem für die Planung und den Bau der landeseigenen Küstenschutzanlagen verantwortlich und betreibt einen Sturmflut- und Hochwasserwarndienst, um die Wasserstände an Gewässern zu überwachen und Kommunen sowie Institutionen im Ernstfall schnell zu informieren.