Oldenburg

Vielfalt im Bundestag: Migrationshintergrund und Unterrepräsentation entblößt!

Am 21. März 2025 berichtete der NDR, dass im deutschen Bundestag eine Repräsentationslücke bei Abgeordneten mit muslimischem Hintergrund besteht. Laut einer Untersuchung des Mediendienstes Integration haben rund 11,7 Prozent der Abgeordneten einen Migrationshintergrund, was unter dem Anteil dieser Gruppe in der Gesamtbevölkerung und bei Wahlberechtigten liegt. Trotz eines steigenden Anteils der Abgeordneten mit Migrationshintergrund von Wahl zu Wahl ist der Anteil der Abgeordneten mit Herkunftsbezug zu muslimisch geprägten Ländern noch geringer.

Der Frauenanteil im neuen Parlament liegt ebenfalls unter einem Drittel. Cem Ince, ein 32-jähriger VW-Arbeiter und neu gewählter Abgeordneter für Die Linke, äußert, dass es für migrantische Personen doppelt so schwer sei, zu kandidieren und gewählt zu werden. Ince, der im Gewerkschaftsmilieu verwurzelt ist, möchte sich für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen.

Meinungen und Herausforderungen

Saliha Aydan Özoğuz, eine SPD-Abgeordnete aus Hamburg, berichtete von Unterstellungen und Falschbehauptungen in sozialen Netzwerken. Nach 16 Jahren Bundespolitik hat sie eine ernüchternde Bilanz gezogen und betont die Schwierigkeiten, junge Menschen mit Migrationshintergrund zur politischen Teilnahme zu motivieren. Alaa Alhamwi, ein neu gewählter Abgeordneter der Grünen, kritisiert die Unterrepräsentation von Menschen mit Migrationsgeschichte im Bundestag und fordert mehr Unterstützung und eine Willkommenskultur von politischen Parteien. Er verweist auf ein „Vielfalts-Statut“ der Grünen, die mit 20 Prozent den höchsten Anteil an Abgeordneten mit Migrationsgeschichte im neuen Bundestag stellt.

Migrations-Soziologin Deniz Nergiz bestätigte, dass die emotional aufgeladene politische Atmosphäre viele Menschen davon abhält, für politische Ämter zu kandidieren. Trotz dieser Herausforderungen haben Ince, Alhamwi und Özoğuz den Einzug in den neuen Bundestag geschafft und betonen die Notwendigkeit, für Vielfalt zu kämpfen.

Zusätzliche Zahlen belegen die Situation weiter: Laut dem Mediendienst Integration haben rund 11,6 Prozent der Abgeordneten im neuen Bundestag einen Migrationshintergrund, was etwa 73 von insgesamt 630 Abgeordneten entspricht. Der Anteil ist ähnlich hoch wie bei der letzten Erhebung 2021 (11,3 Prozent). In der Bevölkerung liegt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei 29,7 Prozent, unter Wahlberechtigten bei 14,4 Prozent.

Ein Blick auf die Unterschiede zwischen den Parteien zeigt, dass die Grünen mit 20 Prozent (2021: 14,4 Prozent) den höchsten Anteil an Abgeordneten mit Migrationshintergrund aufweisen. Die Linke folgt mit 18,8 Prozent (2021: 28,2 Prozent) und die SPD mit 17,5 Prozent (2021: 17 Prozent). Während CDU/CSU auf 6,3 Prozent (2021: 4,1 Prozent) und die AfD auf 5,9 Prozent (2021: 7,2 Prozent) kommen.

Frauen stellen 47,2 Prozent der Abgeordneten mit Migrationshintergrund, verglichen mit einem Gesamtanteil von 32,4 Prozent im Bundestag. Das Durchschnittsalter dieser Abgeordneten beträgt 42,1 Jahre. Laut den erhobenen Daten kommen 5 Abgeordnete mit Migrationshintergrund aus ostdeutschen Wahlkreisen, 4 aus Berlin, von denen 25 einen Bezug zu EU-Ländern haben, 19 zur Türkei und 8 zu Ex-Sowjetstaaten. Türkischstämmige sind im Parlament vergleichsweise gut vertreten, während Menschen mit Bezügen zur ehemaligen Sowjetunion unterrepräsentiert sind.

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