
In Oldenburg ist der Bedarf an neuen Wohnungen fast so hoch wie in München. Laut einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) werden in der Stadt bis 2030 jährlich 71,7 Wohnungen je 10.000 Einwohner benötigt, was etwa 1.300 neuen Wohnungen pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: In München liegt der Bedarf bei 74 Wohnungen je 10.000 Einwohner, während Städte wie Berlin und Hamburg mit 61 und 54 Wohnungen je 10.000 Einwohner eine geringere Nachfrage haben.
Die Studie zeigt, dass nur in wenigen bayerischen Städten, darunter Landshut (87) und Regensburg (83), der Bedarf höher ist als in Oldenburg. Insgesamt wird in Deutschland für die kommenden Jahre ein Bedarf von fast 320.000 neuen Wohnungen pro Jahr prognostiziert. Im Jahr 2023 wurden rund 294.400 Wohnungen fertiggestellt, was nur 90% des angestrebten Ziels der Ampel-Regierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr entspricht.
Prognosen und Herausforderungen in Oldenburg
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ließ eine Wohnungsbedarfsprognose für Oldenburg bis 2030 erstellen, die stark auf bezahlbares Wohnen fokussiert ist. Diese Studienergebnisse wurden im Juni 2020 vorgestellt und basieren auf der Forschung von InWIS Forschung & Beratung GmbH aus Bochum. Die Prognose geht von einem Bevölkerungswachstum in Oldenburg aus, mit einer Schätzung, dass die Einwohnerzahl bis 2030 auf mindestens 175.000 steigen wird. Im Zuge des demografischen Wandels wird auch ein steigender Anteil älterer Einwohner erwartet.
Die Wohnungsbedarfe für den Zeitraum von 2019 bis 2030 werden zwischen 5.550 und 7.450 Wohneinheiten geschätzt. Jährlich werden über 1.000 neue Wohneinheiten in Oldenburg fertiggestellt. Intensive Wohnungsbauförderung von Rat und Verwaltung zeigt zunehmend Wirkung. Aktuelle Bebauungspläne ermöglichen voraussichtlich rund 3.500 neue Wohnungen, zudem bieten ältere Bebauungspläne und Baulücken im Innenbereich weitere 1.400 Wohneinheiten.
Der aktuelle jährliche Neubaubedarf wird auf etwa 600 Wohneinheiten geschätzt, jedoch gibt es einen Mangel an kleineren Wohnungen bis 60 Quadratmetern. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit eines angepassten Wohnraums, der sowohl den gestiegenen Ansprüchen als auch den demografischen Veränderungen Rechnung trägt.
Für detailliertere Informationen zu den Ergebnissen der Studie und den gegenwärtigen Wohnungsbedarfen in Oldenburg, siehe NWZ Online sowie Oldenburg.de.