
Am Sonntag, dem 3. April 2025, kam es in Osnabrück zu einer groß angelegten Evakuierung aufgrund des Verdachts auf Blindgänger. Etwa 15.400 Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen bis 7 Uhr zu verlassen. Das betroffene Sperrgebiet erstreckte sich über rund drei Quadratkilometer, und es drohten Bußgelder von mindestens 300 Euro für jene, die nach 7 Uhr im Sperrgebiet verblieben.
Die Gesamtschule Schinkel wurde als Notunterkunft eingerichtet, zu der ab 6 Uhr Busse aus den betroffenen Stadtteilen fuhren. Um die Sicherheit zu gewährleisten, schlossen die Kliniken Christliches Kinderhospital und Marienhospital ab 7 Uhr, wobei keine Verlegungen von Patienten geplant waren. Notaufnahmen blieben während der Evakuierung geschlossen. Für Notfälle standen das Klinikum Osnabrück und das Franziskus-Hospital-Harderberg zur Verfügung. Kinder-Notfälle wurden ins Universitätsklinikum Münster geleitet.
Öffentliche Verkehrsmittel und Bauarbeiten
Der Hauptbahnhof Osnabrück war von 7 bis 21 Uhr gesperrt, was zu Zugausfällen und Verspätungen sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr führte. Ersatzbusse wurden im Nahverkehr eingesetzt. Im Regionalverkehr kam es zudem zu Änderungen: Der RE 9 endete vorzeitig in Bohmte mit einem Ersatzverkehr zwischen Bohmte und Hasbergen, während die Verbindung RE 62 den ganzen Tag über ausfiel. Fernzüge zwischen Berlin, Hannover und Hamburg waren von Ausfällen oder Verspätungen von bis zu 45 Minuten betroffen und hielten nicht in Osnabrück, Bremen oder Münster.
Der Grund für die Evakuierung waren vier Bomben-Verdachtsfälle, die bei Bauarbeiten auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs entdeckt wurden. Die Stadt rechnet mit weiteren Verdachtsfällen im Zuge der Bauarbeiten. Für hilfesuchende Bürger war am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag ab 6 Uhr ein Bürgertelefon unter der Nummer (0541) 323 44 90 eingerichtet.
In einem früheren Vorfall waren am 17. November in Osnabrück insgesamt sieben Blindgänger, die höchste Anzahl an einem Tag, unschädlich gemacht worden. Störungen durch Personen im Evakuierungsgebiet führten damals zu einer über zwei Stunden andauernden Verzögerung der Maßnahmen. Das Evakuierungsgebiet erstreckte sich über einen Kilometer um den Fundort im Lokviertel. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte durch den Ordnungsaußendienst und die Polizei.
Die vergangenen Bombenentschärfungen verdeutlichen die wiederkehrende Problematik von Blindgängern, die aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen. Derartige Vorfälle sind nicht selten; in großen Städten wie Köln ist eine hohe Anzahl an Funden jährlich zu verzeichnen.