
Nach der 0:1-Niederlage des TSV 1860 München gegen den VfL Osnabrück kam es zu schweren Ausschreitungen im ICE 885 auf der Rückreise von Hannover nach München. Laut Die Blaue 24 verhielten sich die Löwen-Ultras während des Spiels an der Bremer Brücke zunächst vorbildlich. Doch nach Spielende wurden etwa 150 bis 200 Fans beschuldigt, andere Mitreisende belästigt und beleidigt zu haben. Die Bundespolizei wurde alarmiert, nachdem einige Personen im Zug mit dem Rauchen begonnen hatten. Die Beamten stellten zudem zahlreiche Schmierereien und Aufkleber, insbesondere in den Sanitäranlagen, fest.
In München warteten 60 Polizeibeamte am Hauptbahnhof, um die Fans auf Gleis 22 einzukesseln. Die Fans durften vorerst nicht weiterreisen, bis das Schadensausmaß begutachtet werden konnte. Der ICE 885 hatte über eine Stunde Verspätung, was dazu führte, dass unbeteiligte Löwen-Fans ihre Anschlusszüge verpassten und auf teure Taxis angewiesen waren. Die Bundespolizei rief Reisende, die von Beleidigungen oder anderen Straftaten betroffen waren, zur Kontaktaufnahme unter 089/5155500 auf.
Randalierende Ultras in Memmingen
Bereits zuvor waren die Löwen-Ultras in Memmingen negativ aufgefallen. Wie Allgäuer Zeitung berichtete, randalierten Fußball-„Ultras“ im Zug und am Bahnhof Memmingen. Fans des TSV 1860 München II hatten nach einem Auswärtsspiel gegen den FC Memmingen für Sachbeschädigungen und Verunreinigungen im Zug gesorgt. Auch hier zündeten die „Ultras“ Pyrotechnik und ignorierten Einlasskontrollen im Stadion. Über 120 Beamte von Bundes- und Landespolizei waren am Münchener Hauptbahnhof im Einsatz, um die Sicherheitslage zu überwachen.
Die Aggressivität der Fans führte dazu, dass der Lokführer sich weigerte, ohne polizeiliche Begleitung in Memmingen abzufahren. In Buchloe war es möglich, dass Unbeteiligte den Waggon wechseln oder aussteigen konnten. Die Polizei befürchtete, dass die 1860-Fans auf Bayern-Anhänger treffen könnten, was die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärfte. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der Zug gegen 23.45 Uhr freigegeben und zur Reinigung gebracht. Die Schäden im Zug umfassen Graffiti, Klebesticker, Verschmutzungen und oberflächliche Beschädigungen an Sitzen.