
Die Herausforderungen, denen Frauen mit HIV in der Menopause gegenüberstehen, sind erheblich und werden zunehmend thematisiert. Le Quotidien du Médecin berichtete, dass bis 2030 voraussichtlich 70 % der HIV-positiven Menschen 50 Jahre alt sein werden, darunter viele Frauen, die in die Menopause eintreten. Diese Phase im Leben kann für Frauen mit HIV besonders herausfordernd sein, sowohl aus sozialer als auch aus medizinischer Sicht. Die Stigmatisierung aufgrund von HIV und dem Alter führt zu einer doppelten Belastung.
Studien zeigen, dass Frauen mit HIV eine höhere Anzahl und Intensität von Menopause-Symptomen aufweisen als Frauen ohne HIV. Dazu zählen vor allem Hitzewallungen, die bei HIV-positiven Frauen häufiger und schwerwiegender sind. Diese Symptome haben nicht nur Auswirkungen auf das tägliche Leben, sondern können auch die Therapietreue und das Monitoring der antiretroviralen Behandlung beeinträchtigen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Störungen, Stimmungsschwankungen und Osteoporose. Der Verlust der Menstruation ist bei diesen Frauen kein sicheres Zeichen für die Menopause, da das Risiko für nicht-menopausale Amenorrhoe um 70 % erhöht ist.
Behandlung und Unterstützung
Ein Problem ist die geringe Verschreibung von Hormonersatztherapie (HRT) bei HIV-positiven Frauen, da es Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit gibt. Besonders die möglichen Wechselwirkungen zwischen antiretroviralen Medikamenten und HRT stehen im Vordergrund. Eine neue klinische Studie mit dem Namen HoT soll bald zu diesen Themen starten und den Bedarf an klaren Behandlungsrichtlinien unterstreichen. Catie hebt hervor, dass trotz der Fortschritte in der Behandlung von HIV viele Frauen nicht die notwendige Unterstützung erhalten, wenn es um die Menopause geht. Sie fühlen sich oft unzureichend informiert oder nicht ausreichend betreut, was die Bewältigung der Symptome betrifft.
Die Menopause betrifft nicht nur Frauen, sondern auch einige trans Männer und nichtbinäre Menschen, was die Notwendigkeit einer breiteren Diskussion über dieses Thema betont. Die Symptome der Menopause, darunter Hitzewallungen und Schlafstörungen, treten in einer Altersgruppe auf, die zwischen 45 und 55 Jahre alt ist und häufig mit hormonellen Veränderungen verbunden ist. Während das Alter für den Beginn der Menopause bei HIV-positiven Frauen unter effektiver Behandlung ähnlich ist wie bei Frauen ohne HIV, gibt es viele Unklarheiten über den Umgang mit diesen Symptomen.
Eine Studie zeigt, dass fast 50 % der an HIV erkrankten Frauen in der Perimenopause oder Menopause Symptome aufweisen, dennoch haben nur 12 % von ihnen HRT in Anspruch genommen. Der Zugang zu Ressourcen und Informationen sollte verbessert werden, um eine angemessene Behandlung und Unterstützung für diese Frauen sicherzustellen.