
Am Freitagmorgen ereignete sich in Birmanien ein verheerendes Erdbeben der Magnitude 7,7, das mehrere Millionen Menschen in der Region Mandalay betroffen hat. Bereits zwei Tage nach dem Erdbeben stehen die Rettungsaktionen vor enormen Herausforderungen. Laut Berichten von TF1 INFO leiden die Überlebenden unter der ständigen Angst vor Nachbeben, nachdem am Sonntag, dem 30. März, ein Nachbeben der Magnitude 5, 28 Kilometer entfernt, registriert wurde. Die Temperaturen in Mandalay, der kulturellen Hauptstadt des Landes, erreichen 40 Grad Celsius.
Die Rettungsbemühungen sind durch Schäden an der Infrastruktur, Materialmangel und schwierige Kommunikationsverhältnisse stark eingeschränkt. Chinesische Rettungskräfte sind mittlerweile vor Ort, um Unterstützung zu leisten, während Jiten Asem, Koordinator von Médecins du Monde, von enormen Bedürfnissen in der gesamten Region berichtet. Ein bedeutendes Krankenhaus in Mandalay wurde schwer beschädigt, sodass Patienten im Freien behandelt werden müssen.
Gesamtbilanz und internationale Hilfe
Wie Yahoo News in einem separaten Bericht aufführt, sind die aktuellen Opferzahlen alarmierend: Über 1.700 Tote, mehr als 3.400 Verletzte und mindestens 300 Vermisste. Experten schätzen die mögliche Opferzahl sogar zwischen 10.000 und 100.000. Die regionale Lage ist ebenfalls angespannt; in Thailand, direkt in der Nähe von Mandalay, stürzte ein 30-stöckiges Gebäude ein. Die WHO hat bereits 3 Tonnen medizinische Versorgung nach Mandalay und Naypyidaw geschickt, allerdings gibt es einen gravierenden Mangel an medizinischer Ausrüstung wie Trauma-Kits und wichtigen Medikamenten.
Die Zivile Lage in Myanmar ist zusätzlich zu den Katastrophen des Erdbebens schwierig. Der anhaltende Bürgerkrieg seit dem Militärputsch im Februar 2021 hat das Gesundheitssystem erheblich geschädigt und die humanitäre Hilfe wird durch bürokratische Hürden erschwert. Auch die UN und andere Organisationen warnen vor weiteren starken Nachbeben, die bis zu einer Magnitude von 6,5 reichen könnten.