
Corinna Wolf-Bartens ist eine engagierte Lehrerin an einer Hauptschule in Salzgitter-Bad. Als Quereinsteigerin und promovierte Biologin bringt sie viel Erfahrung mit, sowohl als Mutter von drei Kindern als auch in ihrer Rolle als Hauptverdienerin der Familie. Für die 37-Jährige ist der Schulalltag jedoch von Herausforderungen geprägt, die weit über den Lehrplan hinausgehen. Wie NDR berichtete, sind Multitasking und Stresssituationen an der Tagesordnung.
Die Hauptschule, an der sie unterrichtet, hat einen herausfordernden Ruf und leistet dennoch einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft. Corinna sieht ihre Rolle nicht nur in der klassischen Bildungsarbeit, sondern vielmehr als Bindungsarbeit. Lehrkräfte übernehmen oft die Funktion von Vertrauenspersonen und bieten den Schüler*innen eine Konstante in ihrem Leben. Hierbei begegnet sie nicht nur Problemen, wie betrunkenen Schüler*innen im Unterricht oder den Herausforderungen, die mit schlechten Noten und fehlender Angst vor Konsequenzen einhergehen, sondern auch positiven Momenten, die von Vertrauen, Verbindung und Erfolgen geprägt sind.
Innovative Ansätze zur Bindung im Unterricht
Um ihren Alltag zu dokumentieren, trägt Corinna eine Mini-Action-Kamera auf der Stirn. Dieses „Point of View“-Experiment ermöglicht den Zuschauern, ihren Schulalltag intensiver zu erleben. In diesem Kontext ist auch das Thema Bindung in der Schule von großer Bedeutung. Ein Artikel im Schulmagazin „Das Bindungskonzept in der Schule“ hebt hervor, dass Kinder grundlegende Beziehungserfahrungen machen müssen, bevor sie in der Lage sind, die Regeln und Erwartungen der Erwachsenen zu befolgen, wie Fachportal Pädagogik anmerkt.
Ein effektives Bindungssystem im Schulalltag ist entscheidend für eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich Schüler sicher fühlen können. Insbesondere die Unterstützung von Kindern mit unsicheren Bindungsmustern erfordert eine gezielte Emotionsregulation durch die Lehrkräfte. Wichtige Aspekte dabei sind die Aufmerksamkeit gegenüber Rückzugstendenzen bei Misserfolgen und der professionelle Umgang der Lehrkräfte mit ihren eigenen Gefühlen.