
Der Prozess gegen die mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette hat heute unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Der erste Verhandlungstag fand im Oberlandesgericht Celle statt, während das Verfahren formell vor dem Landgericht Verden geführt wird. Klette, die am 26. Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festgenommen wurde, steht aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der RAF und ihrer mutmaßlichen Straftaten vor Gericht.
Die Anklage umfasst insgesamt 13 Taten, darunter versuchter Mord und schwerer Raub. Klette wird vorgeworfen, gemeinsam mit ehemaligen RAF-Mitgliedern versucht zu haben, 2,7 Millionen Euro durch gut geplante Überfälle zu erbeuten, die sich zwischen 1999 und 2016 in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ereigneten. Bei diesen Überfällen kamen Waffen wie eine täuschend echt aussehende Panzerfaust und Pistolen zum Einsatz.
Verteidigung und Sicherheitsvorkehrungen
Kletts Verteidigung fordert die Einstellung des Verfahrens und die Aufhebung des Haftbefehls, da sie der Meinung ist, dass ein fairer Prozess nicht gewährleistet sei. Die Anwälte argumentieren, dass die Mitgliedschaft Klette in der RAF nicht ausreichend bewiesen sei. Ausschlaggebend ist auch die Überwachung durch Justizbeamte, die die Verteidiger als politisch motiviert empfinden.
Während des Prozesses sitzt Klette in einem Glaskasten, und das Gericht hat entschieden, dass keine Wachleute hinter ihr platziert werden dürfen. Trotz der angewendeten Sicherheitsmaßnahmen, zu denen auch Justizbeamte und Polizisten mit Maschinenpistolen gehören, versammeln sich rund 50 Unterstützer von Klette, die sie als politisch verfolgte Widerstandskämpferin betrachten.
Die Anklageschrift ist rund 600 Seiten lang und wird vollständig verlesen, was mehrere Stunden in Anspruch nehmen könnte. Klette wird außerdem eine gesonderte Behandlung in Untersuchungshaft zuteil und soll bei Transporten zu Prozessterminen gefesselt werden. Zudem besteht gegen Klette ein Haftbefehl aufgrund des Verdachts der Beteiligung an Terroranschlägen in den 1990er Jahren, was möglicherweise zu weiteren gerichtlichen Verfahren führen kann.
Die Staatsanwaltschaft betont die Schwere der Vorwürfe und dass das Trio, dem Klette angehört, in Kauf nahm, Menschen zu verletzen oder zu töten, während sie ihre Überfälle durchführte.
Für weitere Informationen zum Prozessverlauf und der rechtlichen Situation Klette, können Sie die Berichterstattung von NDR und Welt verfolgen.