
In der Schäferei Hehmsoth in Nindorf hat die Lammsaison der Heidschnucken begonnen. Jörk Hehmsoth, sein Sohn Heiner und dessen Partnerin Johanna Preuße betreuen die Schafe und überprüfen alle zwei bis drei Stunden, ob die Tiere Geburtshelferbedarf haben. Heidschnucken sind eine robuste Schafrasse, die sich besonders gut für die Bedingungen in der Region eignet.
Bereits 105 Leineschafe haben Lämmer geboren, die sich im „Kindergarten“ befinden. Das erste Heidschnuckenlamm wurde am 26. Februar geboren. Diese neugeborenen Lämmer sind anfangs pechschwarz und entwickeln im Verlauf der folgenden Wochen ein braunes Fell. Nach der Geburt ziehen Mutter und Lamm in kleine Boxen, sogenannte Stietzen, um sich in Ruhe aneinander zu gewöhnen.
Betreuung der Lämmer und Hütesaison
Bei Bedarf wird das Lamm mit der Flasche aufgezogen, insbesondere bei Erstgebärenden, die Zwillinge haben. Rund zehn Lämmer pro Jahr erhalten Unterstützung für einen guten Start ins Leben. Mütter und Lämmer verbringen zwei bis vier Tage in den Stietzen, bevor sie in den Kindergarten wechseln. Dort werden die Lämmer mit Ohrmarken versehen und erhalten eine Dosis Selen, um ihre Gesundheit zu fördern. Die Kindergartenzeit dauert mehrere Wochen, bevor die Lämmer auf die Deiche an Aller und Weser geleitet werden.
Die Lammsaison dauert bis Juni, wobei die meisten Lämmer im April geboren werden. Mitte Mai beginnt die Hütesaison, in der Heidschnucken und Ziegen auf Naturschutzflächen eingesetzt werden. Heiner Hehmsoth und die angestellte Schäferin Sabine Klatt leiten die Herden mit zwei Hunden. Heidschnucken sind dabei besonders nützlich, da sie 30% Zellstoff verwerten können, während Ziegen sogar bis zu 70% verwerten.
Die Schäferei hat bisher keine Verluste durch die Blauzungenkrankheit oder Wolfsrisse verzeichnet. Alle Tiere sind geimpft, und die Schäfer investieren viel Aufwand in den Schutz der Herde. Die Landschaftsgestaltung erfolgt in Absprache mit Naturschutzbehörden, was bedeutet, dass die Heidschnucken zur Verbreitung von Pflanzen beitragen, indem sie Samen in ihrer Wolle transportieren und auf den Deichen das Gras kurz halten, um das Wurzelwachstum zu fördern.