
Nadine und Hendrik Meyerholz, ein Landwirtehepaar aus Baden, werden in der NDR-Reportage „Die Nordreportage“ vorgestellt, die am 2. April 2025 um 18:15 Uhr ausgestrahlt wird. Der Kontakt zum NDR-Team kam über Jörn Ehlers, den Vorsitzenden des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden, zustande. Hendrik Meyerholz ist bereits durch das YouTube-Format „NDR auf‘m Land“ bekannt.
Die Dreharbeiten fanden authentisch statt, ohne Drehbuch und Wiederholungen. Das Ehepaar betreibt einen Schweinemastbetrieb mit 4.500 Mastschweinen und ergänzt die Viehzucht durch Ackerbau. Außerdem sind Sie der Initiative Tierwohl beigetreten, die Landwirte unterstützt, über gesetzliche Standards hinausgehende Maßnahmen zum Tierwohl umzusetzen. Die Betriebe werden ein bis zweimal jährlich, oft unangekündigt, kontrolliert. Dabei bieten die Meyerholzes mit 0,85 Quadratmetern pro Schwein mehr Platz als die gesetzlich vorgeschriebenen 0,75 Quadratmeter.
Öffentlichkeitsarbeit und Ausbau des Bewusstseins
Nadine Meyerholz äußert Bedenken über die Reaktionen der Öffentlichkeit, sieht aber auch die Chance zur Aufklärung über ihren Beruf. Das Ehepaar möchte seinen Beruf und das dazugehörige Wissen auch Schülern vermitteln, insbesondere durch Besuche auf ihrem Hof. Hendrik Meyerholz betont die Wichtigkeit von Ordnung im Stall sowie die Notwendigkeit, sich bürokratischen Anforderungen zu widmen.
Im Kontrast zu diesem positiven Beispiel steht ein Vorfall aus dem Kreis Segeberg, der von der Tierschutzorganisation „Team Tierschutz“ aufgedeckt wurde. Diese veröffentlichte Bilder von nicht artgerechter Haltung in einem Schweinemastbetrieb, die zu einem Stilllegungsverfahren führte. Der betroffene Stall wies eine zentimeterdicke Schicht an Tierexkrementen, Schimmel an Wänden und Decken sowie keinen Zugang zu Tageslicht auf. Der Landwirt bestätigte die Echtheit der Aufnahmen, äußerte sich jedoch nicht zu den Vorwürfen, die zu einer Strafanzeige führten.
Der Kreis Segeberg bezeichnete die Haltungsbedingungen als „sehr unhygienisch und nicht hinnehmbar“. Der Betrieb hatte etwa 400 Tiere, von denen die meisten nach der Stilllegung geschlachtet und die restlichen woanders weiter gemästet wurden. Vor der Meldung durch die Tierschutzorganisation hatte es keine aktenkundigen Kontrollen durch das Veterinäramt gegeben. Auch der zweite Standort des Betriebs wies Mängel auf, bei dem mehr als 3.000 Schweine gehalten wurden. Das Veterinäramt stellte einen unzureichenden Zugang zu Beschäftigungsmaterial sowie Verletzungsgefahren fest.
Die Staatsanwaltschaft Kiel prüft den Fall, konnte jedoch bislang keine rechtlichen Bewertungen vornehmen. Die Tierschutzorganisation kritisierte die Überlastung der Behörden und die unzureichende Kontrollfrequenz, die durchschnittlich alle zehn Jahre für Schweinehaltungen beträgt, obwohl der Kreis Segeberg trotz eines Stellenzuwachses zu wenig Kontrollpersonal zur Verfügung hat.