Letzte Tagung der Landessynode: Aufarbeitung von Gewalt im Fokus!
Am 25.11.2025 beginnt die letzte Landessynode der EKD in Hannover. Schwerpunkte sind Zukunftsplanungen und Aufarbeitung von Gewalt.

Letzte Tagung der Landessynode: Aufarbeitung von Gewalt im Fokus!
Heute, am 25. November 2025, findet die letzte Tagung der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers statt. Diese Versammlung, die bis zum 28. November 2025 dauert, ist von besonderer Bedeutung, da sie den Abschluss der laufenden Legislaturperiode markiert. Der Fokus liegt auf der Zukunftsplanung der Landeskirche sowie der kritischen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in ihren Reihen. Wie Nord24 berichtet, wird das Landeskirchenamt einen Bericht zur Prävention und Intervention vorstellen, während Landesbischof Ralf Meister ebenfalls vor den Versammelten sprechen wird. Interessant ist, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt während eines Teils der Sitzung nicht öffentlich sprechen dürfen; dieser Bereich findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist die größte ihrer Art in Deutschland mit etwa 2,2 Millionen Gemeindegliedern und einem zentralen Sitz in Hannover. Sie gehört zu den 20 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dies macht die bevorstehenden Beratungen umso relevanter und richtungsweisend für die gesamte evangelische Landschaft.
Neuerungen im Präventionsgesetz
Die Entscheidung, das Gesetz einstimmig anzupassen, zeigt das klare Engagement der Nordkirche für mehr Transparenz und Verantwortung. Anja Fährmann, Präses der Landessynode, hob die Wichtigkeit der transparenten Anerkennung des erlittenen Unrechts hervor. Diese Initiative soll sicherstellen, dass Betroffene in Zukunft einen besseren Zugang zu Anerkennungsleistungen erhalten, ohne ihre Möglichkeit, die Schwere ihrer Erlebnisse darzulegen, zu verlieren.
Die EKD-Anerkennungsrichtlinie
Die neu eingeführte EKD-Anerkennungsrichtlinie, die bundesweit gelten wird, legt verbindliche Standards fest, darunter die Einrichtung unabhängiger Anerkennungskommissionen mit juristischer und psychotraumatologischer Expertise. Zudem wird es keine Anrechnung auf staatliche Sozialleistungen geben, was für viele Betroffene eine große Erleichterung darstellt. Nach den neuen Regelungen haben die Betroffenen sogar das Recht, über ihr erlittenes Unrecht in einem geschützten Raum zu berichten. Die EKD strebt an, kirchliches Unrecht sichtbar zu machen und damit die Glaubwürdigkeit kirchlichen Handelns zu stärken.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Entwicklungen innerhalb der Landeskirchen, insbesondere der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Nordkirche, zeigen ein deutliches Bekenntnis zur Aufarbeitung und Prävention von sexualisierter Gewalt. Die Betroffenen stehen im Mittelpunkt dieser Bemühungen, und die bevorstehenden Veränderungen sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit und Anerkennung ihrer Erfahrungen.