Nutria-Alarm in Hamburg: Jagd-Genehmigungen und doppelte Prämie!
In Altona wird die Bekämpfung der Nutria-Population ausgeweitet, um ökologische Schäden zu minimieren. Debatten über Jagdmaßnahmen entbrennen.

Nutria-Alarm in Hamburg: Jagd-Genehmigungen und doppelte Prämie!
In Hamburg wird zurzeit intensiv über die wachsende Nutria-Population diskutiert. Die Stadt hat beschlossen, die Bekämpfung dieser invasiven Art auf mehrere Stadtteile auszuweiten. Neben Altona, Eimsbüttel sollen nun auch Nord und Wandsbek stärker in den Fokus gerückt werden. Jagdpächter haben die Möglichkeit, speziell in diesen Gebieten Fallen aufzustellen und zusätzliche Aufseher zu engagieren. Diese Maßnahmen sind notwendig, da die Sichtungen der Nutrias, die oft in der Nähe der Alster, Wandse, Kollau sowie in Parks und auf Friedhöfen auftauchen, stark zugenommen haben. Zudem sind diese Tiere dafür bekannt, Schäden an Uferanlagen und natürlichen Lebensräumen zu verursachen. Die Stadt hat die “Schwanzprämie” für die Jagd auf Nutrias sogar auf 14 Euro verdoppelt, um die Jäger zu motivieren, die Population in den Griff zu bekommen. moin.de berichtet, dass dies Teil einer umfassenderen Strategie ist, um die invasiven Nagetiere unter Kontrolle zu halten.
Natur- und Tierschutz sind ebenfalls wichtige Aspekte dieser Debatte. Jennifer Jasberg von den Grünen warnt davor, die Gefahren, die von den Nutrias ausgehen, zu überdramatisieren. Ihrer Meinung nach sind diese Tiere für Menschen fast nicht gefährlich. In den sozialen Medien gehen die Meinungen weit auseinander. Während einige Hamburger positive Erfahrungen mit den Nutrias gemacht haben und die Jagd ablehnen, kritisieren andere die Maßnahmen als grausam und unnötig. Die Diskussion offenbart eine klare Spaltung innerhalb der Bevölkerung bezüglich der Notwendigkeit einer Jagd auf diese Tiere.
Die Nutria: Ein Blick auf das Tier
Die Nutria, auch bekannt als Biberratte, ist ein auffälliges Nagetier, das aus Südamerika stammt. Sie besitzt charakteristische Merkmale wie lange, orangefarbene Schneidezähne, Schwimmhäute an den Hinterfüßen und weiße Tasthaare. In Hamburg sind sie seit Mitte der 1990er Jahre verbreitet und populär in den Bezirken Bergedorf und Harburg. Doch ihre Population unterliegt starken Schwankungen, die sowohl durch klimatische als auch durch menschliche Einflüsse wie die Fütterung durch Bürger bedingt sind. Fütterung kann zu einer hohen Dichte an Tieren führen, was wiederum Schäden in Gärten und an Uferbereichen nach sich zieht. Zudem profitieren auch Ratten von dieser uneingeschränkten Nahrungsquelle hamburg.de.
In Deutschland breiten sich Nutrias rasant aus. Jüngste Daten belegen, dass sie in 35% der untersuchten Jagdreviere vorkommen, was seit 2015 eine Verdopplung darstellt. In Hamburg liegt die Anwesenheitsquote sogar bei 74%. Diese Zunahme ist nicht ohne Folgen: Nutrias graben sich durch Deiche, was den Hochwasserschutz gefährdet und andere Tierarten in ihrem Lebensraum bedrohen kann. Ihr Fressverhalten führt zudem dazu, dass Schilfgebiete, die für viele Insekten, Amphibien und Fische lebenswichtig sind, stark dezimiert werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung hebt hervor, dass Nutrias nicht nur ökologische Probleme verursachen, sondern auch hohe Reparaturkosten durch die Schädigungen an Deichen anfallen können tagesschau.de.
Die Stadt Hamburg appelliert an die Bürger, das Füttern der Nutrias zu unterlassen, um die Problematik nicht noch zu verschärfen. Meldungen über gesichtete Tiere können von Anwohnern auf der Webseite neobiota-hamburg.de eingereicht werden, um ein besseres Bild über die Verbreitung der Nutrias in Hamburg zu erhalten.
Die Diskussion um die Nutria zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema in der Bevölkerung sind. Fakt ist jedoch, dass die Stadt aktiv gegen die Ausbreitung der Nutrias vorgehen möchte, und die kommenden Wochen könnten entscheidend dafür sein, wie diese Strategie aufgenommen wird. Die Spannungen zwischen Naturschutz, tierfreundlichem Handeln und der Notwendigkeit des Hochwasserschutzes bleiben hoch, und es bleibt zu hoffen, dass ein Konsens gefunden werden kann, der sowohl Mensch als auch Natur gerecht wird.