Die Hamburgische Staatsoper hat mit dem Entwurf der Bjarke Ingels Group (BIG) aus Kopenhagen einen neuen Restaurationsansatz für die bunte Opernlandschaft Hamburgs. Am Donnerstag wurde in der Hafencity der Architektur-Wettbewerb entschieden. Dabei fiel die Wahl auf ein Projekt, das nicht nur architektonisch überzeugt, sondern auch die Vision eines lebendigen Begegnungsortes verkörpert. Bürgermeister Peter Tschentscher bezeichnete den Entwurf bereits als „Wahrzeichen“ für die Zukunft Hamburgs. Ganz nach dem Motto „da liegt was an“ wird nun eine spannende Phase der weiteren Planung eingeläutet. NDR berichtet über den einstimmigen Beschluss der Jury, die Vertreter aus der Stadt, der Kühne-Stiftung und externen Experten umfasste.

Insgesamt fünf Architekturbüros hatten sich seit Juni um den Zuschlag beworben, darunter auch zwei aus der Hansestadt. Der Entwurf von BIG punktete besonders mit seiner Transparenz und der Integration von Naturräumen. Ein großzügiges Konzept sieht begehbare Dächer und große Glasflächen vor, die an die sanften Wellen der Elbe erinnern. Zusätzlich soll ein zentraler Saal mit hochwertiger Holzverkleidung eine optimale Akustik für bis zu 1.500 Besucher bieten.

Kreativität und Gemeinschaft

Doch das neue Opernhaus, das am Baakenhöft entstehen soll, wird keine bloße Bühne für hochklassische Aufführungen. Außerhalb der Vorstellungen sind auch Außenterrassen, Pavillons, ein Café und eine Bar geplant, um einen Treffpunkt für Hamburger:innen und Gäste zu schaffen. „Hier soll die Stadt leben und sich entfalten“, so die Intention der Visionäre. Hamburg.de hebt hervor, dass auch die Planungsphase von etwa zwei Jahren mit der Einbindung der Stadtgesellschaft angedacht ist.

Die Kühne-Stiftung wird die Hauptlast der Kosten für das Bauprojekt übernehmen, die sich auf rund 500 Millionen Euro belaufen. Die Stadt Hamburg selbst beteiligt sich mit einem gedeckelten Anteil von 147,5 Millionen Euro und zusätzlichen 104 Millionen Euro für die Erschließung. In der Hamburger Bürgerschaft wird derzeit über den 2025 unterzeichneten Vertrag zur Finanzierung diskutiert.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn alles nach Plan verläuft, könnte das beeindruckende Bauwerk bereits 2034 fertiggestellt sein und der Stadt als Schenkung übergeben werden. Ein weiterer spannender Punkt: Von 14. bis 30. November findet eine Ausstellung aller eingereichten Entwürfe im Kesselhaus in der Hafencity statt, die sicher viel Publikum anziehen wird. Die Teilnahme zahlreicher international renommierter Architekturbüros, darunter auch gmp international GmbH und Snøhetta, zeigt den hohen Standard und das große Interesse am Hamburger Opernneubau.

Während das Projekt viel Positives verspricht, gibt es auch gesamtgesellschaftliche Stimmen, die die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Kühne-Unternehmens kritisch beleuchten. Hier stehen die Stadt und die Stiftung gefordert, klare Antworten zu geben und sich und das neue Opernhaus in die Zukunft zukunftsweisend zu positionieren.

Mit diesem bedeutenden Schritt in Richtung zeitgemäßer Kulturarchitektur und Bürgernähe schlägt Hamburg ein neues Kapitel auf, das schon jetzt einen Vorgeschmack auf den kommenden kulturellen Wandel der Stadt vermittelt.