In der aufregenden Welt des Fußballs ist es nicht nur das Geschehen auf dem Rasen, das die Zuschauer fesselt, sondern auch das, was auf den Rängen passiert. So war es auch beim jüngsten Aufeinandertreffen der Teams, bei dem die Fans des 1. FC Köln und die St. Pauli-Ultras mit einer beeindruckenden Pyrotechnik-Show aufwarteten. In der Südkurve der St. Pauli-Ultras wurden in mehreren Spielminuten, genauer gesagt in den Minuten 23, 57, 70 und 90+2, rund ein Dutzend rote Fackeln gezündet. Währenddessen wurde auch sporadisch in der Kurve der Köln-Fans ein Bengalo entzündet. Solche Aktionen sind jedoch nicht ohne Konsequenzen.

Das Abbrennen von Pyrotechnik wird vom DFB mit satten Geldstrafen belegt. Pro Gegenstand sind es 1000 Euro, während bei abgeschossenen Pyros sogar 3000 Euro fällig werden. Da die Anzahl der gezündeten Bengalos bei den St. Pauli-Ultras sehr hoch war, könnte die Strafe auf bis zu 60.000 Euro anwachsen. Diese finanziellen Belastungen sind nicht zu unterschätzen, insbesondere wenn man bedenkt, dass St. Pauli aktuell mit 147.600 Euro auf dem neunten Platz der Strafentabelle liegt. Der 1. FC Köln führt mit 604.000 Euro und steht somit auf dem zweiten Platz hinter dem HSV, der mit 634.400 Euro an der Spitze der Tabelle steht.

Die finanziellen Dimensionen der Strafen

Die Strafen, die der DFB verhängt, sind nicht nur eine Momentaufnahme, sondern spiegeln ein viel größeres Problem wider. Seit der Saison 2018/2019 haben sich die Strafen mehr als verdoppelt. In der vergangenen Saison 2022/2023 wurden fast 300 Verfahren mit Strafen von insgesamt 7.369.400 Euro verhängt. Diese hohen Beträge können die Existenz kleinerer Klubs gefährden, insbesondere in Regionalligen, wo beispielsweise 390.000 Euro in der letzten Saison an Strafen gezahlt wurden.

Ein interessanter Aspekt in der Debatte um Pyrotechnik ist das Pilotprojekt in Norwegen, das bereits einen anderen Ansatz verfolgt. Dort wird Pyrotechnik unter strengen Auflagen erlaubt, um unerlaubte Nutzung einzudämmen. Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, eine Vorab-Schulung durchlaufen und nüchtern sein. Solche Initiativen könnten auch in Deutschland diskutiert werden, wo der DFB bislang auf Geldstrafen setzt.

Ein umstrittenes Thema

Die Kontroversen rund um Pyrotechnik im Fußball sind nicht neu. Anders Kjellevold von der „Norsk Supporterallianse“ schlägt vor, Pyrotechnik als Teil der Fußballkultur zu akzeptieren. Dies könnte ein Weg sein, um die Kluft zwischen Fans und Verbänden zu überbrücken. Die Diskussion darüber, wie mit Pyrotechnik umgegangen werden sollte, wird weitergehen, und es bleibt abzuwarten, ob der DFB bereit ist, seine strikten Verbote zu überdenken.

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In der aktuellen Debatte wird auch die Wirksamkeit der verhängten Strafen hinterfragt. Soziologin Stephanie Moldenhauer und Tommy Haeder vom Chemnitzer FC kritisieren die Verbotspolitik und fordern ein Umdenken. Die Frage bleibt: Wie viel sind die Klubs bereit zu zahlen, um die Leidenschaft ihrer Fans zu zügeln, und wie viel Schmerz kann die Fußballkultur ertragen, bevor sie selbst leidet?