Mit dem 75. Geburtstag von Weihbischof Horst Eberlein am 25. Oktober 2025 geht eine Ära im Erzbistum Hamburg zu Ende. Papst Leo XIV. hat am selben Tag seinen altersbedingten Rücktritt angenommen, was einem kirchenrechtlichen Erfordernis entspricht. Eberlein, der seit Februar 2017 im Amt ist, wird nun in den Ruhestand versetzt, ein Schritt, den er bereits in einer Privataudienz am 19. Oktober mit dem Papst besprochen hatte. In seiner Zeit als Weihbischof hat er sich besonders als Brückenbauer zwischen Ost und West im Erzbistum hervorgetan. Kirche-und-leben.de berichtet, dass Eberlein eine zentrale Rolle in der Unterstützung von Erzbischof Stefan Heße bei der Leitung der Diözese gespielt hat.
Eberlein, in Walsleben in der Altmark geboren, blickt auf eine bewegte Karriere zurück. Nachdem er 1977 in Waren an der Müritz die Priesterweihe empfangen hatte, war er unter anderem Kaplan in Wittenburg und Neubrandenburg tätig. Er heiratete sich, seine Eltern flüchteten in den Westen, als er gerade einmal acht Jahre alt war. Seine Erfahrungen als katholischer Christ in der DDR haben ihn stark geprägt. In den letzten Jahren waren die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen besonders markant. Eberlein resümiert seine Amtszeit mit Dankbarkeit und einer optimistischen Haltung, wie NDR.de festhält.
Ein feierlicher Abschied
Zur Verabschiedung des Weihbischofs ist am 31. Oktober 2025 um 18.15 Uhr ein Festgottesdienst im Hamburger St. Marien-Dom geplant, bei dem Erzbischof Heße Eberleins Verdienste würdigen will. Der Gesichtspunkt des Dialogs und der Ökumene wird auch während der Übergangszeit unter Generalvikar Pater Sascha-Philipp Geißler weitergeführt. Eberlein bleibt bis zur Ernennung eines Nachfolgers für die Spendung der Firmung in den Pfarreien verfügbar, zeigt sich aber vor allem gespannt auf seine zukünftigen Pläne im Ruhestand – darunter Zeit für Familie, Natur und das Angeln an einem ruhigen See.
Der Prozess zur Suche nach Eberleins Nachfolger hat bereits begonnen. Erzbischof Heße wird das Genehmigungsverfahren beim Heiligen Stuhl einleiten. Einige Vorschläge sind bereits im Bistum eingeholt worden, wobei sich der gesamte Prozess durchaus etwas hinziehen könnte. Dies könnte den künftigen Weihbischof vor große neue Herausforderungen stellen, insbesondere in der Zeit der Tiefenkrisen, die die katholische Kirche zurzeit durchlebt.
Eberleins Reise in den Ruhestand ist nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Neuanfang für die Gemeinschaft der über 340.000 Katholiken im Erzbistum Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Sein Wirken und seine Sichtweise auf die Herausforderungen des Glaubens haben viele Berührungspunkte geschaffen, und es bleibt abzuwarten, welcher Weg künftig eingeschlagen wird. Die Möglichkeit, dass Eberlein beim Festgottesdienst als Emeritus anerkannt wird, dürfte viele Gläubige anziehen. Interviews, Geschichten und Glückwünsche für den scheidenden Weihbischof sind bereits auf der Website des Erzbistums Hamburg verfügbar, wie Vatican News mitteilt.