Am 19. November 2025, in einer Zeit des Wandels und der Neugestaltung, steht die Stadt Neustrelitz vor einer bedeutenden Herausforderung: der Wiederaufbau des Schlossturms. Die Stadtvertretung diskutierte kürzlich verschiedene Alternativen zur baulichen Gestaltung des Schlossbergs, wo einst das Residenzschloss stand. Holger Wilfarth, ein engagierter Aktivist für den Schlossturm, zeigte sich zuversichtlich und erfreut über die wachsende Zahl von Unterstützern für diesen historischen Wiederaufbau. „Da liegt was an“, stellt er fest, während er die Bedeutung des Vorhabens hervorhebt.
Besonders kreativ zeigten sich Klaus und Birgit Berg, die im lokalen Feinkostgeschäft 225 Tafeln Zartbitterschokolade mit einem Schlossturm-Motiv verkauft haben. Der Erlös von 150 Euro aus dem Schokoladenverkauf wird dem Residenzschlossverein Neustrelitz gespendet. „Die hohen Kosten für den Wiederaufbau sind nicht zu unterschätzen“, so Birgit Berg. Dennoch sieht sie großes Potenzial, insbesondere im Hinblick auf den Tourismus. Ihr Mann Klaus ergänzt, dass der Schlossturm eine wichtige Weiterentwicklung für die Stadt darstellt und die Besucherzahlen anziehen würde.
Wichtige Schritte und Pläne
Im Sommer 2025, genauer gesagt am 14. Juli, fand im Neustrelitzer Kulturquartier eine Informationsveranstaltung zur Rekonstruktion des Schlossturms statt. Hier waren neben der Stadtvertretung auch Vereinsmitglieder und engagierte Bürger eingeladen. Der Plan sieht vor, den Schlossturm nach historischem Vorbild als Ausstellungs- und Aussichtsturm wiederaufzubauen. Die ursprüngliche Höhe von 52,60 Metern und fünf Ausstellungsebenen sollen erhalten bleiben. Ein Aufzug wird dafür sorgen, dass der Turm barrierefrei zugänglich ist. Die Fassadengestaltung orientiert sich an historischen Sandsteinelementen und bringt den Charme vergangener Zeiten ins heutige Neustrelitz zurück.
Die Baukosten werden derzeit auf ca. 12,8 Millionen Euro geschätzt, wobei Fördermittel von 3 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern und 3,6 Millionen Euro vom BKM in Aussicht stehen. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 6,2 Millionen Euro. Besonders die Musealis GmbH aus Weimar spielt eine zentrale Rolle im Projekt: Sie wurde beauftragt, ein wissenschaftlich fundiertes Ausstellungskonzept zu erstellen, das sich mit der Demokratiegeschichte von Mecklenburg-Strelitz befasst.
Weitere Entwicklungen und Ausstellungen
Die Ausstellung unter dem Titel „Aufstieg zur Demokratie“ wird fünf thematische Ebenen umfassen, die von den historischen Wurzeln der Demokratie über die Umbruchszeit 1918/19 bis hin zu den Herausforderungen während des Nationalsozialismus und der DDR führen. Auch zentrale Werte der Demokratie werden im sogenannten „Labor der Demokratie“ thematisiert. Diese lebendige Auseinandersetzung soll nicht nur informieren, sondern auch zum Dialog anregen.
Besonders eindrucksvoll: Der Empfangsbereich im Erdgeschoss wird die grundlegende Frage „Was ist Demokratie?“ aufgreifen, während die letzte Ebene einen atemberaubenden Ausblick über den Stadtpark und Neustrelitz bieten wird. Die Verantwortlichen hoffen auf eine baldige Veröffentlichung der Ergebnisse der Bürgerbefragung, die derzeit noch in Auswertung ist, um den Bürgern eine Stimme bei der Gestaltung ihrer Stadt zu geben.
Holger Wilfarth und die Mitglieder des Residenzschlossvereins sind optimistisch und planen in den kommenden Tagen eine Stellungnahme zu den aktuellen Beschlüssen der Stadtvertretung. Der Schlossturm steht somit nicht nur für die Geschichte – er könnte ein lebendiger Ort für Dialog, Lernen und Mitgestaltung der Zukunft in Neustrelitz werden.
Nordkurier berichtet, dass die Stadtvertretung über Alternativen zur Gestaltung des Schlossbergs diskutiert hat und mit dem Verkauf von Schokolade Spenden für den Wiederaufbau gesammelt wurden. Die Stadt Neustrelitz hat große Pläne, und mit dem Engagement der Bürger wird die Vision eines echten Rückgriffs auf die demokratische Vergangenheit immer greifbarer. Neustrelitz erleben zeigt, wie die historischen Wurzeln und vor allem die demokratische Bedeutung des Residenzschlosses als erstem Verfassungsort Deutschlands aufbereitet werden sollen. Mit der Unterstützung und den Ideen aller Beteiligten wird hier Geschichte lebendig und fit für die Zukunft. Und mit einer umfassenden Ausstellungsarbeit durch Musealis wird der Schlossturm zu einem lebendigen Labor für Demokratie in Neustrelitz.