In einer spannenden Initiative zur Wiederbelebung der Natur im Tollensetal haben die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ und lokale Akteure eine bemerkenswerte Idee: Wasserbüffel und robustes Wildpferd, die Koniks, sollen künftig das Landschaftsbild prägen. Diese tierischen Mitbewohner, die nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern auch wichtige Aufgaben im Naturschutz übernehmen, bringen frischen Wind in die Region. Wie Nordkurier berichtet, verfolgt die NABU-Stiftung ein groß angelegtes Naturschutzprojekt, um die Artenvielfalt zu steigern und die ökologischen Gegebenheiten entlang des Tollensetals zu verbessern.
Der Plan sieht vor, eine durchgängige ökologische Weidebewirtschaftung über rund 14 Flusskilometer einzuführen. Im Frühjahr 2025 begannen Angus-Rinder aus einer schlechten Haltung, die gerettet wurden, ihre neuen 40 Hektar Lebensraum. Inzwischen grasen etwa 85 Bullen, Kühe und Kälber friedlich und tragen zur Pflege der Flächen bei.
Ein buntes Projekt für die Region
Aber das ist noch nicht alles. Am 13. Mai 2024 fand auf Schloss Schmarsow das erste Treffen des Projekts „Wasserbüffel im Tollensetal“ statt, wo Behördenvertreter und lokale Akteure zusammenkamen, um die Idee weiter zu konkretisieren. Lokale Bauern können hier von den Maßnahmen profitieren und einen Beitrag zur Erhaltung einer wertvollen Kulturlandschaft leisten. Ziel ist es, auch diese Flächen um eine NABU-gerechte Bewirtschaftung zu erweitern, die bereits mit einem Flächentausch für 150 Hektar zwischen Wietzow und Burg Osten einen ersten Schritt in die richtige Richtung machte.
Professor Michael Succow, ein renommiertes Gesicht in der Naturschutzszene und Träger des alternativen Nobelpreises, betont die Vorteile dieser Tierarten im Kontext der Renaturierung. Laut Schloss Schmarsow fressen Koniks besonders gut die Gräser, die den Rindern übrig bleiben, wodurch das Futterangebot auf natürliche Weise aufgeteilt wird. Dies fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern hilft auch, die Verbuschung der Flächen zu verhindern.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Tollense, ein kleiner, idyllischer Fluss in Vorpommern, der durch ein weitgehend entwässertes Tiefenmoor fiest, soll durch gezielte Mahd und weitere Beweidungsmaßnahmen belebt werden. Es stehen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen an, die darauf abzielen, das Gewässer ökologisch aufzuwerten und die Lebensräume für Insekten und Vögel wiederherzustellen. Auch Umweltbundesamt hebt hervor, wie wichtig das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Gewässerschutz ist und dass eine revitalisierte Natur auch positiven Einfluss auf die aktuellen landwirtschaftlichen Praktiken haben kann.
Mit der Ansiedlung von Wasserbüffeln und Koniks ist das Projekt nicht nur ein Gewinn für die Biodiversität, sondern auch für die Region selbst. Die Kombination dieser Tiere verspricht eine harmonische Balance zwischen naturnahem Lebensraum und landwirtschaftlicher Nutzung. Langfristig wird hiermit nicht nur die Artenvielfalt gefördert, sondern auch ein interessanter Anziehungspunkt für Touristen geschaffen, der das wirtschaftliche Potenzial der Region heben kann.
So zeigt sich, dass im Tollensetal ein gutes Händchen für naturnahe Entwicklungen bewiesen wird – im Sinne der Natur, der Landwirtschaft und der Menschen, die hier leben.