Heidi Klum hat ein starkes Zeichen für mehr Diversität in der Modewelt gesetzt. Die berühmte Model-Ikone fordert eine realistischere Darstellung von Männern in Werbung und Mode. Ihrer Meinung nach spiegeln viele Kampagnen nicht die tatsächliche Realität wider, insbesondere wenn es um Haarausfall bei Männern geht. Bei einer Gala in Berlin, wo Klum als „Global Icon“ ausgezeichnet wurde, sprach sie darüber, dass auch Männer mit Halbglatzen endlich in der Werbung stattfinden sollten. Dieses Thema wird umso aktueller, da sich die Vielfalt in der Branche zu verringern scheint. Klum bezeichnete die Show der Luxusmarke Vivienne Westwood auf der Pariser Fashion Week als vorbildliches Beispiel, dass Männer mit Halbglatzen sichtbar macht, was ihrer Meinung nach längst überfällig ist.

Außerdem setzt Klum sich dafür ein, dass mehr Kurven auf den Laufstegen gezeigt werden, da sie beobachtet hat, dass die Vielfalt auf den Catwalks wieder abnimmt. Diese Forderung passt in einen größeren Kontext, der ein Umdenken in der Modeindustrie nach sich zieht. Luxusmarken wie Gucci und Michael Kors beginnen, ihre Kampagnen inklusiver zu gestalten und zeigen verstärkt Models aller Hautfarben, Altersgruppen und Körpergrößen. Das traditionelle Modelbild scheint demnach endgültig ausgedient zu haben, wie auch die Modezeitschrift Vogue berichtet. Allein das Beispiel der italienischen Vogue, welche die 73-jährige Lauren Hutton auf ihrem Oktober-Cover zeigt, unterstreicht diesen Kulturwandel.

Diversität im Modebusiness

Dieses Umdenken in die Praxis umzusetzen, ist vielen Modemarken wichtig geworden. So zeigt das Label Eckhaus Latta Schwangere auf dem Laufsteg, während Marc Jacobs einen multikulturellen Cast für seine Kollektionen nutzt. Agenturen wie Modelwerk bestätigen ebenfalls die wachsende Nachfrage nach individuellen Typen im Modelbereich. Der aktuelle Trend zur Diversität wird von der Branche begeistert aufgenommen, was auch die Statistiken hinsichtlich der ethnischen Vielfalt auf den New Yorker Runways belegen. Seit 2015 hat sich der Anteil der nicht-kaukasischen Models von 20,5 % auf 36,9 % erhöht. Das lässt aufhorchen!

Aber nicht nur Klum äußert Forderungen nach mehr Diversität in der Mode. Auch die bengalische Schauspielerin Swastika Mukherjee trägt zur Diskussion bei, indem sie unfilterte Bilder ihrer selbst veröffentlicht. Mit diesen Fotos möchte sie das Bewusstsein für Körperakzeptanz schärfen und gegen die idealisierten Schönheitsstandards der Glamourindustrie ankämpfen. „Every Body is beautiful“ sollte eine tiefere Bedeutung haben, sagt sie und ermutigt zur Selbstliebe. Mukherjees Initiative zeigt, dass der Wandel hin zu mehr Vielfalt und Akzeptanz nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch im Film- und Unterhaltungsbereich an Bedeutung gewinnt.

Die Gala in Berlin und das Engagement von Klum zeugen von einem weitreichenden Wandel in der Branche, der mehr als nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist. Frauen wie Klum und Mukherjee stehen an der Spitze dieser Bewegung und fordern Gesellschaft und Industrie heraus, sich neu zu definieren und Althergebrachtes hinter sich zu lassen. In einer Welt, wo jeder Körper zählen sollte, ist das ein Schritt in die richtige Richtung.