Gastronomie in Not: Insolvenzen drohen trotz Qualität und Service!
Güstrow kämpft mit Gastronomie-Insolvenzen 2025: Hohe Kosten und sinkende Nachfrage belasten Lokale und Hotels.

Gastronomie in Not: Insolvenzen drohen trotz Qualität und Service!
In der aktuellen Lage hat das Gastgewerbe in Norddeutschland, wie auch in anderen Teilen Deutschlands, mit einer ernsthaften Krise zu kämpfen. Steigende Fixkosten und eine angespannte Personalsituation belasten Hotels und Restaurants. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für viele Betriebe herausfordernd, was auch zu einem Anstieg der Insolvenzen in Mecklenburg-Vorpommern führt. Laut der Ostsee-Zeitung sind steigende Preise für Speisen und Getränke ein zentraler Punkt der Diskussion. Viele Gäste müssen aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten, die auch die Gastronomie betreffen, sparen und überlegen, ob sie bei einem Restaurantbesuch nicht lieber auf günstigere Alternativen umschwenken.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Halbjahr 2025 sank der reale Umsatz im deutschen Gastgewerbe um 15,1 Prozent im Vergleich zu 2019. Nach Angaben des DEHOGA, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, war dies bereits das sechste Verlustjahr in Folge für die Branche. Besonders betroffen ist die Gastronomie, die einen Umsatzrückgang von 17,4 Prozent im Vergleich zu 2019 und 4,1 Prozent im Vorjahresvergleich verzeichnet hat. Als einer der Hauptgründe wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 7 auf 19 Prozent genannt, die ab dem 1. Januar 2024 in Kraft trat. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick fordert daher eine Rückkehr zur früheren Steuerregelung, um die Branche zu entlasten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Preisanstiege und ihre Folgen
Steigende Betriebskosten stellen eine zentrale Herausforderung für die Gastronomie dar. Hier einige der jüngsten Preisentwicklungen:
- Personalkosten: +34,4% seit 2022
- Lebensmittelpreise: +27,1%
- Energiepreise: +27,6%
- alkoholfreie Getränke: +33,7%
- alkoholische Getränke: +17,9%
Diese Preiserhöhungen führen zu einer erhöhten Preissensibilität bei den Gästen. Sie gehen seltener auswärts essen und wählen häufiger günstigere Optionen. Der Trend geht sogar dahin, dass Verbrauchende vermehrt auf Essen zum Mitnehmen oder Produkte aus dem Lebensmitteleinzelhandel zurückgreifen, anstatt den Besuch eines Restaurants in Betracht zu ziehen.
Die gesellschaftliche Rolle der Gastronomie
Die Gastronomie spielt eine wichtige gesellschaftliche Rolle: Sie ist ein sozialer Knotenpunkt, an dem sich Menschen treffen, und sichert zudem zahlreiche Arbeitsplätze, vor allem für geringqualifizierte Arbeitskräfte. Angesichts der aktuellen Herausforderungen besteht die Sorge, dass Schließungen von Gastronomiebetrieben die Attraktivität von Stadtvierteln beeinträchtigen und die lokale Infrastruktur schwächen könnten. Diese Entwicklungen könnten auch die Vielfalt und Qualität der gastronomischen Angebote gefährden.
Politische Entscheidungsträger stehen unter Druck, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die steuerliche Belastung der Branche anzupassen und somit die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ohne entsprechende Maßnahmen droht ein Wandel hin zu günstigeren Convenience-Angeboten, was die Gastronomie nachhaltig verändern könnte. Der DEHOGA beobachtet zudem einen Trend hin zu kleineren, flexibleren und digitalisierten Angeboten, der durch die Krise verstärkt wird.
Insgesamt zeigt sich, dass eine gute Qualität und ein hervorragender Service im Gastgewerbe entscheidend sind, um die Kundenbindung zu stärken und die Zahlungsbereitschaft der Gäste zu fördern. Nur durch gezielte Maßnahmen und politische Unterstützung können die Betriebe in der Region ihre Herausforderungen meistern und sich erfolgreich am Markt behaupten.