Hellseher Michael Schneider: Rätselhafte Hinweise zu vermissten Personen!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Michael Schneider, ein selbsternannter Hellseher aus Siegburg, äußert sich zu vermissten Personen aus Güstrow und plant neue Prognosen.

Michael Schneider, ein selbsternannter Hellseher aus Siegburg, äußert sich zu vermissten Personen aus Güstrow und plant neue Prognosen.
Michael Schneider, ein selbsternannter Hellseher aus Siegburg, äußert sich zu vermissten Personen aus Güstrow und plant neue Prognosen.

Hellseher Michael Schneider: Rätselhafte Hinweise zu vermissten Personen!

Michael Schneider, ein 56-jähriger Hellseher aus Siegburg bei Bonn, hat sich einen Namen gemacht, indem er bei ungelösten Kriminalfällen seine angeblichen Fähigkeiten zur Schau stellt. Ob er ein Hellseher oder doch eher ein Scharlatan ist, darüber scheiden sich die Geister. Wie die Welt berichtet, hat er in der Vergangenheit Hinweise zu verschiedenen Vermisstenfällen gegeben, darunter die von Maddie McCann, Rebecca Reusch und Fabian aus Güstrow.

Schneider selbst verlangt keine Bezahlung für seine Dienste und gibt an, finanziell unabhängig zu sein. Seinen Aussagen zufolge hat er eine Ausbildung in Politik, neuer Geschichte und Psychologie hinter sich, die er jedoch nicht als Grundlage für seine hellseherischen Fähigkeiten betrachtet. Diese habe er erst während seiner Arbeit als Reporter für private Fernsehsender entdeckt. Seine Methode umfasst das Betrachten von Fotos vermisster Personen, mit anschließenden Recherchen auf Karten, wo er glaubt, die Leichen zu finden.

### Wissenschaftliche Skepsis und gesellschaftliche Akzeptanz

Obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für seine Fähigkeiten gibt, zeigt eine Umfrage von Kantar aus dem Jahr 2021, dass etwa 30% der Deutschen an Hellseher glauben. Schneider hat zwar in einigen Fällen richtige Hinweise gegeben, leidet jedoch auch unter vielen Fehlschlägen. Gelegentlich nahm er Kontakt zu Ermittlern auf, die seine Tipps jedoch oft ignorierten. In einem historischen Kontext zeigt eine Analyse von Academia.edu, dass es bereits in der Weimarer Republik Kontakte zwischen Polizei und Hellsehern gab, welche später durch das preußische Innenministerium verboten wurden.

Der Begriff „Kriminaltelepathie“ war in den 1920er Jahren umstritten und wissenschaftlich nicht anerkannt. Dennoch suchten Polizeibeamte gelegentlich die Hilfe von Hellsehern. Bekanntlich erhöhte die Nutzung solcher Praktiken die Arbeitsbelastung der Ermittler und führte zu Beschwerden. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in Europa Wellen des Mystizismus, die auch die Kriminalpolizei erreichten. Einst war in Berlin sogar ein Versuchsdezernat für telepathische Fälle eingerichtet worden, welches jedoch nicht lange Bestand hatte. Historische Fälle und Berichte über Hellseher belegen, wie umstritten diese Praktiken sind.

### Schneider und der Fall Hilal Ercan

Aktuell plant Schneider, seine zukünftigen Visionen auch den Ermittlungsbehörden in Hamburg vorzustellen, insbesondere in Bezug auf den seit 1999 vermissten Fall von Hilal Ercan. Er behauptet, dass ihre Leiche im Flaßbargmoor vergraben sei. Diese Behauptung wirft die Frage auf, ob die Behörden erneut bereit sind, sich auf die Aussagen eines Hellsehers einzulassen oder ob die historischen Erfahrungen aus den Anfängen der Kriminaltelepathie weiterhin als Warnung dienen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Diskussion über die Rolle von Hellsehern in der Kriminaltechnik weiterhin aktuell ist. Die Kombination von Skepsis und Glauben führt dazu, dass Interessierte, wie Schneider, sowohl Unterstützung als auch Ablehnung erleben – ein Spannungsfeld, das sowohl Historisches als auch Gesellschaftliches umfasst.