Das Ernst-Barlach-Theater (EBT) in Güstrow wird vor einer großen Herausforderung stehen. Wie der Nordkurier berichtet, ist eine umfassende Sanierung und Erweiterung des Theaterkomplexes dringend erforderlich. Die bauliche Substanz des EBT, bestehend aus dem Hauptgebäude, einem Garderobenhaus und einem Tanzsaal, hat sich im Laufe der Jahre stark verschlechtert.

Besonders das Garderobenhaus ist nicht mehr zu retten, weshalb ein Neubau unumgänglich ist. Intendantin Johanna Sandberg hebt hervor, wie wichtig es ist, die Barrierefreiheit im Theater zu gewährleisten. Damit möchte man sicherstellen, dass alle Besucher:innen die kulturellen Angebote genießen können, ohne durch bauliche Hürden eingeschränkt zu werden.

Kooperationsvertrag zur Sanierung

Der Landkreis Rostock und die Stadt Güstrow haben einen Kooperationsvertrag ausgearbeitet, um die Sanierungsund Erweiterungspläne voranzutreiben. Bürgermeister Sascha Zimmermann betont die politische Bedeutung der Zukunftssicherung des Theaters. Der Vertrag umfasst die ersten drei Planungsphasen: eine genaue Bestandsaufnahme, die Erfassung des Bedarfs und die Festlegung von konkreten Sanierungszielen.

In die Sanierungspläne fließt außerdem die Neugestaltung des Franz-Parr-Platzes ein, was das Gesamtbild des historischen Architekturensembles rund um das Theater, das Schloss, das Museum, die Tourismusinformation, das Amtsgericht und die Wollhalle aufwerten soll. Der Sanierungsträger BIG Städtebau wird die Koordination übernehmen und die Beschaffung von Fördermitteln in Angriff nehmen, da die vollständige Finanzierung auf solidem Grund stehen muss.

Finanzielle Herausforderungen und Zeitplan

Die Kosten für die ersten Planungsphasen werden auf etwa 533.000 Euro geschätzt, die vom Landkreis getragen werden sollen. Eine Finanzierung der eigentlichen Sanierung wird derzeit noch geprüft, da finanzielle und personelle Engpässe die Möglichkeiten des Landkreises im Moment einschränken. Es ist geplant, das Projekt bis Ende 2026 umzusetzen, wobei eine Option auf Verlängerung in Betracht gezogen wird.

Eine solide öffentliche Kommunikation ist essenziell, um Transparenz zu schaffen und das öffentliche Interesse am neuen EBT zu fördern, insbesondere während der Bauarbeiten. Wie Te-ing anmerkt, sollte eine frühzeitige Veröffentlichung der Planungskonzepte erfolgen, um mögliche Fragen und Bedenken der Bürger:innen zu adressieren.

Zusätzlich muss bei den Sanierungsarbeiten auf den Denkmalschutz geachtet werden, da oft eine sensible Planung erforderlich ist, um existierende baukulturelle Werte zu bewahren. Teile der vorhandenen Technik sollen bestmöglich in die neuen Planungen integriert werden. Daher wird eine detaillierte Untersuchung nötig sein, um die Wirtschaftlichkeit der Wiederverwendung zu prüfen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber die Zustimmung der Stadtvertreter und Kreistagsmitglieder zu den Planungen steht noch aus. Ob und wann der Kooperationsvertrag in den Sitzungen 2025 angenommen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Sanierung des Ernst-Barlach-Theaters ist eine Herzensangelegenheit für die Stadt Güstrow und ihre Bürger:innen – und es gilt, die Weichen für eine positive Zukunft des Theaters zu stellen.