Schicksal der Greif : Kredit für neues Leben oder Museumsschiff?
Güstrow diskutiert den Erhalt des Segelschulschiffs „Greif“. Entscheidungen zur Finanzierung stehen bis 8. Dezember 2025 an.

Schicksal der Greif : Kredit für neues Leben oder Museumsschiff?
Das Segelschulschiff „Greif“ begeistert seit über 30 Jahren als Flaggschiff und Botschafterin der Hansestadt Greifswald im Ostseeraum. Doch das beliebte Schiff steht vor einer entscheidenden Wende: Nach einer langen Sanierungsphase droht der „Greif“ das Schicksal eines Museumsstützpunktes im Wiecker Hafen, anstatt wieder in See stechen zu können. Die Gesamtkosten der bisherigen Renovierungsarbeiten belaufen sich auf mehr als 4,4 Millionen Euro, doch für die finalen Maßnahmen, die nochmals 2,9 Millionen Euro kosten, fehlen die Mittel. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder von den Grünen hat signalisiert, dass ein Kredit zur Finanzierung dieser unerlässlichen Arbeiten in Betracht gezogen wird. Dies berichtet die Ostsee-Zeitung.
Die „Greif“, die ehemals den Namen „Wilhelm Pieck“ trug und das einzige Hochsee-Segelschiff der DDR war, befindet sich seit drei Jahren in einer Stralsunder Werft. Die Stadt Greifswald steht vor der Herausforderung, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen, während der defizitäre Haushalt zusätzliche Sorgen bereitet. Entscheidungsträger in der Bürgerschaft müssen nun spätestens bis zum 8. Dezember über das Schicksal des Schiffs entscheiden. In diesem Zusammenhang führt Fassbinder auch Gespräche mit potentiellen Fördermittelgebern, insbesondere dem Bund, um zusätzliche Unterstützung zu erhalten. Die Finanzierung wird von verschiedenen Seiten kritisch beleuchtet; die AfD fordert eine klarere Verantwortung seitens des Bundes, während Birgit Socher von Die Linke auf regionale und nationale Unterstützungen hofft. Die Notwendigkeit, die „Greif“ als aktives Segelschiff zu erhalten, wird durch eine Online-Petition untermauert, die von fast 1.500 Personen unterzeichnet wurde.
Die Bedeutung der „Greif“
Im kommenden Sommer wird die „Greif“ 75 Jahre alt – ein schöner Anlass, um an die maritime Tradition der Region zu erinnern. Umso bemerkenswerter ist es, dass das Schiff in seiner langen Geschichte nicht nur als Symbol für die maritime Kultur steht, sondern auch eine Verbindung zur Geschichte der DDR darstellt. Viele Bürger und Bürgerinnen der Region hoffen auf eine positive Entscheidung, denn die „Greif“ hat sich längst einen Platz im Herzen der Greifswalder gesichert.
Aber wie geht es jetzt weiter? Der Druck auf die Verantwortlichen steigt. Berichten zufolge haben die Entscheidungsträger Schwierigkeiten, die nötigen finanziellen Mittel zu finden, während die Bevölkerung für den Erhalt des traditionsreichen Schiffs einsteht. Die Bürgerschaft hat eine Schlüsselrolle zu spielen, um die „Greif“ nicht nur als Denkmal von nationaler Bedeutung zu rehabilitieren, sondern auch wieder als aktives Segelschiff auf die Gewässer bringen zu können. Alle Augen richten sich nun auf die kommende Entscheidung im Dezember.
Ingesamt zeigt sich, dass die „Greif“ weit mehr ist als nur ein altes Schiff. Es ist ein lebendiges Stück Geschichte, das die maritime Identität Greifswalds verkörpert. Der Ort hat ein gutes Händchen, was die Erhaltung seines kulturellen Erbes angeht, und es bleibt zu hoffen, dass auch dieses Mal ein Weg gefunden wird, um die traditionsreiche „Greif“ in die Zukunft zu steuern.