Streikwelle droht: Hamburgs Dienste stehen vor massiven Einschränkungen!
Am 20.01.2026 drohen bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Geplante Einschränkungen betreffen zahlreiche Bereiche.

Streikwelle droht: Hamburgs Dienste stehen vor massiven Einschränkungen!
In der norddeutschen Metropole Hamburg brodelt es – und das nicht erst seit heute. An diesem 20. Januar 2026 ist die Unzufriedenheit unter den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes deutlich spürbar. Ole Borgard, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg, äußert sich besorgt über die ausbleibenden konkreten Angebote der Arbeitgeber im Tarifkonflikt der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Nach zwei Verhandlungsrunden blieb das Angebot der Arbeitgeber mager: ein „Inflationsausgleich plus Schnaps obendrauf“, wie Borgard es sarkastisch bezeichnet. Diese Haltung gegenüber der berechtigten Forderung der Beschäftigten wertet er als respektlos.
Die Forderungen der Gewerkschaften sind klar: Sie drängen auf eine Gehaltserhöhung von 7 Prozent oder mindestens 300 Euro mehr pro Monat. Im Rahmen der aktuellen Tarifrunde, die am 3. Dezember 2025 begann und am 15. und 16. Januar 2026 in die zweite Verhandlungsrunde ging, sind rund 3,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder betroffen. Diese umfassen unter anderem Lehrkräfte, Pflegekräfte und Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr und Justiz. Warum bleibt die Bereitschaft zur Verhandlung aus? Die Arbeitgeber, so wird argumentiert, betrachten die geforderten Summen als unbezahlbar, während die Gewerkschaften harsche Kritik an dieser Auffassung üben. Der Finanzsenator von Hamburg, Andreas Dressel, spricht von „astronomisch“ hohen Forderungen und verweist auf die angespannten Finanzen der Länder.
Warnstreiks im ganzen Land
Angesichts der stockenden Verhandlungen rufen die Gewerkschaften ver.di, GEW, GdP und IG BAU zu bundesweiten Warnstreiks auf. Am 14. Januar 2026 wurden in sieben Bundesländern wie Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen bereits erste Warnstreiks durchgeführt, mit sichtbaren Folgen: In Schulen, Hochschulen und bei der Feuerwehr fiel einiges durcheinander. Auch die Vorbereitungen für künftige Streiks zeigen Wirkung. Belastungen im öffentlichen Leben sind zu erwarten, da unter anderem die Containerabfertigung im Hamburger Hafen beeinträchtigt werden könnte und der Verkehr auf Bundesautobahnen betroffen ist. Das zeigt, wie groß die Mobilisierungsfähigkeit der Gewerkschaften ist und wie ernst die Lage ist.
Borgard machte deutlich: „Die Arbeitgeber können den Konflikt schnell entschärfen, wenn ernstzunehmende Angebote auf den Tisch kommen.“ Die Dringlichkeit der Forderungen macht sich auch bei den Beschäftigten bemerkbar, die ab Montagabend für einen 24-stündigen Warnstreik aufgerufen sind. Die Auswirkungen werden spürbar sein – von Verzögerungen beim Hamburg Service bis hin zu eingeschränkten Arbeiten an den Schleusen im Alster- und Billerevier.
Zukunft der Verhandlungen
Ein entscheidender Punkt steht uns bevor: die dritte Verhandlungsrunde, die vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam geplant ist. Ohne Einigung droht ein unbefristeter Arbeitskampf, der die bereits angespannte Lage im öffentlichen Dienst noch weiter eskalieren könnte. Sollte es weiterhin an einem Kompromiss mangeln, könnte die Unzufriedenheit über die Arbeitgeber zu einem anhaltenden Konflikt führen. Und sollten die Arbeitgeber noch warten, wird das Argument für die Beschäftigten zur Unmöglichkeit der Umsetzung der geforderten Lohnanpassungen weiter an Gewicht gewinnen, besonders bei einer von den Gewerkschaften als gut eingeschätzten Mobilisierungsfähigkeit.
Die Situation bleibt also angespannt, und die nächsten Wochen könnten entscheidend für die Zukunft der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst werden. Der Ball liegt jetzt bei den Arbeitgebern – erhebliche Fortschritte sind gefragt.
Für weitere Informationen zu diesem Thema bietet ver.di umfassende Einblicke. Auch die Rathausnachrichten berichten fortlaufend über die Entwicklungen in den Tarifverhandlungen und die damit verbundenen Forderungen. Zudem stellt Tagesschau wichtige Informationen zur Verfügung, die den aktuellen Stand der Lage widerspiegeln.