Trauer und Fragen: Wie die Polizei im Mordfall Fabian versagt
Im Mordfall Fabian aus Güstrow steht die verzweifelte Mutter Dorina Lange im Fokus, während die Polizei um Hinweise bittet.

Trauer und Fragen: Wie die Polizei im Mordfall Fabian versagt
Am 10. Oktober 2025 meldete die verzweifelte Mutter Dorina Lange ihren achtjährigen Sohn Fabian als vermisst. Die Hoffnung auf ein schnelles Wiedersehen zerschlug sich jedoch, als die Polizei nur vier Tage später Fabians Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckte. Die Umstände seines Todes sind nach wie vor unklar, doch die Obduktion deutet auf ein Gewaltverbrechen hin. Anzeichen deuten darauf hin, dass versucht wurde, den Leichnam zu verbrennen. rtl.de berichtet, dass Brennspuren am Fundort gefunden wurden.
Die Ermittlungen führen zur 29-jährigen Gina H., der Ex-Freundin von Fabians Vater, die am 6. November festgenommen wurde. Trotz der Festnahme stützen sich die Ermittlungen bislang auf Indizien, stichhaltige Beweise gegen Gina H. fehlen. Ihre Anwaltschaft äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Dorina Lange wurde inzwischen bereits fünf Mal von der Polizei vernommen, wobei sich die Fragen stets um den Tag des Verschwindens ihres Sohnes drehten. Trotz ihrer Wiederholungen scheint die Polizei in ihren Ermittlungen nicht voranzukommen.
Kritik an polizeilichen Ermittlungen
Die wiederholten Vorladungen von Dorina Lange sorgen für zunehmende Kritik an der Polizei. Am 20. November wurde ein neuer Zeugenaufruf gestartet, insbesondere für Hinweise zu einem auffälligen orangefarbenen Pickup, der am Tag von Fabians Verschwinden gesichtet wurde. Autofahrer mit Dashcams sowie Fahrgäste des Regionalbusses 203, der am 10. Oktober um 10:45 Uhr unterwegs war, werden um Hinweise gebeten, stellt fr.de fest.
Christine Habetha, die Anwältin von Dorina Lange, kritisiert die Ermittlungsarbeit scharf und spricht von der Verzweiflung der Mutter. Es sei für Dorina unerträglich, dass sie erneut und immer wieder mit den gleichen belastenden Fragen konfrontiert wird, während die Ermittlungen nicht vorankommen.
Hintergrund der Jugendkriminalität
Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation der Jugendkriminalität in Deutschland. 2024 wurden mit rund 13.800 Fällen von Jugendgewalt ein Höchststand erreicht, mehr als doppelt so viele wie noch im Jahr 2016. Die Gründe sind vielfach diskutiert, unter anderem werden psychische Belastungen durch die Corona-Maßnahmen berücksichtigt. Dennoch ist die Zahl der jungen Tatverdächtigen im Vergleich zu vor zwei Jahrzehnten signifikant gesunken, wie statista.com analysiert.
Die Situation um den Mordfall Fabian und die damit verbundenen Ermittlungen zeigt auf, wie komplex und herausfordernd die Thematik ist. Es bleibt zu hoffen, dass echte Fortschritte in den Ermittlungen gemacht werden, damit Dorina Lange die Wahrheit über den Tod ihres Sohnes erfährt und gerechtfertigte Antworten erhält.