In Rostock ist derzeit einiges in Bewegung. Die Messe- und Stadthallen-Gesellschaft „inRostock“ trennt sich von ihrem langjährigen Chef Andreas Markgraf. Nach 23 Jahren an der Spitze ist das Vertrauen offensichtlich erschüttert. Geschäftsführer Oliver Fudickar bestätigte die Kündigung, obgleich er sich über die Hintergründe ausschweigt. Markgraf selbst hat gegen die Entscheidung Klage eingereicht, ein Verhandlungstermin vor dem Arbeitsgericht steht noch aus. Seinen Mitarbeiter-Steckbrief hat die Gesellschaft bereits von der eigenen Webseite entfernt, was Spekulationen über mögliche Vorwürfe bestärkt, aber bislang bleibt die Situation unklar.
Die bedeutenden Veranstaltungsorte der Region, die HanseMesse und die StadtHalle Rostock, werden von „inRostock“ betrieben und ziehen jährlich über 500.000 Besucher an. Diese beiden Einrichtungen sind nicht nur die größten Eventlocations im deutschen Nordosten, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Kultur- und Wirtschaftslebens in Rostock. Die Gesellschaft blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück, die geprägt ist von unzähligen Veranstaltungen, von Messen über Konzerte bis hin zu sportlichen Events. inRostock setzt dabei auf nachhaltiges Handeln und ist Mitglied mehrerer Organisationen, die sich für die Fortbildung und Förderung der Veranstaltungsbranche engagieren.
Neuer Messe-Chef und Fusionen im Veranstaltungsbereich
Die Nachfolge für Markgraf wird bereits aktiv gesucht, allerdings unter erschwerten Bedingungen. Die ausgeschriebene Stelle sieht eine Bezahlung nach Tarif (Entgeltgruppe 13, etwa 5000 Euro brutto monatlich) vor, und die neuen Führungskräfte werden keinen Dienstwagen erhalten. Dies wird als Zeichen gewertet, dass die Vereinbarungen möglicherweise nicht mehr so attraktiv sind wie zuvor.
Parallel dazu sind im Rostocker Rathaus bereits Pläne im Umlauf, die mehrere städtische Gesellschaften im Veranstaltungsbereich zu fusionieren, um Kosten zu sparen. „inRostock“ könnte demnach mit der Betreibergesellschaft des Iga-Parks und der Großmarkt GmbH verschmelzen. Fudickar und die Großmarkt-Chefin Inga Knospe sind intern als mögliche neue Doppelspitze im Gespräch. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf über die zukünftige Ausrichtung und Führung der Veranstaltungslocation und deren Rolle im Wettbewerb.
Rechtliche Aspekte von Messeeinsätzen
Ein wichtiger Aspekt, der bei der Organisation von Messen häufig zu kurz kommt, sind die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Mitarbeiter. Inzwischen haben Arbeitnehmer, die zur Messe reisen, nicht die Freiheit, solche Einsätze abzulehnen, sofern diese vertraglich festgelegt sind. Laut Personal-Wissen, dürfen bei einem Messeeinsatz nicht nur Überstunden entstehen, sondern auch die Anreisezeit kann als Arbeitszeit gelten, abhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Arbeitgeber sind in der Pflicht, eine angemessene Unterbringung zu gewährleisten und die Verpflegungskosten zu übernehmen.
Für die Mitarbeiter wird es in Zukunft spannend, denn die Entwicklungen bei „inRostock“ könnten sowohl die Arbeitsbelastung als auch die Bedingungen für künftige Messeeinsätze prägen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit von Andreas Markgraf entwickelt und welche Person die Nachfolge antreten wird, während die Stadt Rostock sich auf die bevorstehenden Veränderungen im Veranstaltungssektor vorbereitet.