Der 6. November 2025 ist nicht nur ein weiterer in der Reihe kalter Tage in Norddeutschland, sondern ein ganz besonderer Anlass für die Polizeiinspektion Anklam. An diesem Tag wurden gleich vier mutige Bürgerinnen und Bürger für ihr außergewöhnliches Zivilcourage-Handeln gewürdigt. Wie news.de berichtet, überreichten Polizeidirektor Tino Peisker und Kriminaloberrat Michael Kath die Urkunden und Medaillen in einer feierlichen Zeremonie.
Die Auszeichnungen erfolgten unabhängig vom „Tag der Zivilcourage“, der jährlich am 19. September begangen wird. Dies verdeutlicht, dass Zivilcourage nicht nur zu einem bestimmten Anlass profiliert werden sollte, sondern ein alltäglicher Wert ist, den es zu leben gilt. Zivilcourage, wie sie in der Geschichte oft als „Bürgermut“ beschrieben wird, ist die Bereitschaft, eigene Sicherheit und Bequemlichkeit in riskanten Situationen zurückzustellen, um für Gerechtigkeit einzutreten. Der Begriff wurde 1864 von Otto von Bismarck geprägt und findet sich auch in vielen sozialen Kontexten wieder, etwa im Engagement für die Menschenrechte oder durch Whistleblower, die illegale Aktivitäten aufdecken (Wikipedia).
Die Heldinnen und Helden des Alltags
Unter den Geehrten ist der erst 14-jährige Jarne Thierer, der am 13. Juni 2025 eine hilflose Frau aus einem Gewässer rettete. Gemeinsam mit zwei Freunden entdeckte er die Frau und brachte sie sicher ans Ufer. Ein eindrückliches Beispiel für mutiges Handeln, das oft erst nach einem schrecklichen Vorfall sichtbar wird – und das zeigt, wie wichtig es ist, zuzupacken und nicht wegzuschauen.
Aber auch die Manteufel-Familie ging nicht unbemerkt aus dieser Zeremonie hervor. Am 22. Juli 2025 leisteten Frank und seine Tochter Sofia Erste Hilfe nach einem schweren Verkehrsunfall auf der L35. Frank befreite mutig Unfallbeteiligte aus brennenden Fahrzeugen, während Sofia bei einer schwerverletzten Person blieb, bis die Rettungskräfte eintrafen. Ihr Engagement steht stellvertretend für den außergewöhnlichen Mut, den es braucht, um in derartigen Krisensituationen zu handeln.
Abgerundet wird die Liste der Ausgezeichneten durch einen 85-jährigen Helfer, der am 9. Juli 2025 bei der Suche nach einem vermissten 78-Jährigen unterstützte. Mit seinem Ruderboot bot er seine Hilfe an und war maßgeblich daran beteiligt, den Vermissten wohlbehalten im Uferbereich des Nepperminer Sees zu finden. Solche selbstlosen Taten sind es, die den Zusammenhalt einer Gemeinschaft starkmachen.
Die Bedeutung von Zivilcourage
Polizeidirektor Tino Peisker hob in seiner Ansprache die enorme Wichtigkeit von Zivilcourage hervor und bedankte sich bei allen Geehrten für ihr Engagement. Zivilcourage zu zeigen bedeutet oft, persönliche Risiken einzugehen und sich in unangenehme Situationen zu begeben. Eine Umfrage aus Deutschland im Jahr 2020 belegt, dass Bildungskontexte – etwa aus der Familie oder durch Freiwilligenarbeit – positiv zur Entwicklung dieser Eigenschaft beitragen können (Wikipedia).
Es ist eine Erinnerung für uns alle: Jeder von uns kann in einer kritischen Situation zum Helden werden. Die Taten dieser vier Bürgerinnen und Bürger zeigen, dass Zivilcourage in jeder Altersgruppe und Lebenslage einen Unterschied macht. Wir sollten uns stets dazu ermutigen, aktiv zu werden – denn, wie Albert Einstein einst sagte: „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen“ (news.de).
In einer Gesellschaft, die auf Zivilcourage setzt, wird der Zusammenhalt stark und die Lebensqualität erhöht. Halten wir die Augen offen und scheuen wir uns nicht, zur Tat zu schreiten, wenn es darauf ankommt!