Drogenkrise in MV: Immer mehr Jugendliche sterben an Überdosierung!
Steigender Drogenmissbrauch in Neubrandenburg: Oberbürgermeister Klose äußert sich zur erschreckenden Situation bei Jugendlichen.

Drogenkrise in MV: Immer mehr Jugendliche sterben an Überdosierung!
In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Zahl der Drogentoten unter Jugendlichen alarmierend zu. Laut einem Bericht des Nordkurier ist die Situation erschreckend: Zwei Teenager im Alter von 13 und 15 Jahren haben in den vergangenen zwei Jahren ihr Leben durch Drogenmissbrauch verloren. Oft handelt es sich dabei um gefährliche Substanzen in jugendgerechter Aufmachung, wie die tragischen Fälle einer 15-Jährigen, die nach dem Konsum von sogenannten „Roten Super Marios“-Pillen starb, oder einer 13-Jährigen, die an einer hoch dosierten „Blue Punisher“-Pille verstarb. Solche Vorfälle sind nicht die Ausnahme, denn die Zahlen sind besorgniserregend: Zwischen 2020 und 2024 gab es insgesamt 74 Drogentote in Mecklenburg-Vorpommern, wie die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen berichtet.
Die Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle, Birgit Grämke, fordert laut Nordkurier weitreichende Maßnahmen zur Lebensrettung und kritisiert die rückläufige Drogenaufklärung in der Region. Sie betont, dass Jugendlichen zwar ein Rausch wichtig sei, sie jedoch nicht sterben wollten. Ihnen fehle oft das essenzielle Bewusstsein für die Gefahren des Drogenkonsums. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt 2.137 Drogentote gezählt, von denen 14 Prozent unter 30 Jahren waren, wie jüngste Statistiken zeigen. Besonders die Kombination von Drogen und die Konsumoptionen über soziale Medien haben den Drogenkonsum unter Jugendlichen begünstigt.
Der Alarmruf der Expert:innen
Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck betonte in seiner Stellungnahme, dass der Zugang zu illegalen Drogen deutlich einfacher geworden ist. Dirk Schäffer von der Deutschen Aids-Hilfe weiß aus Erfahrung, dass das Unwissen über Drogenmischungen ein bedeutendes Problem darstellt. „Die Leute konsumieren oft das, was gerade verfügbar ist, ohne die damit verbundenen Risiken abzuschätzen“, warnt er. Daher sei ein flächendeckendes Drug-Checking unerlässlich, um Konsumenten vor gefährlichen Substanzen zu schützen. Bina, eine ehemalige Drogenabhängige aus Köln, hat leidvolle Erfahrungen mit der Drogenabhängigkeit gesammelt. Sie weiß, wie wichtig solche Maßnahmen sind, da sie selbst erlebt hat, wie leicht man in die Falle der Abhängigkeit tappen kann.
„Die bestehenden Präventionsstrategien greifen nicht“, so Grämke. In Schwerin wurden zwar zwei Drogenpräventionskräfte eingestellt und ein Aufklärungsplan ins Leben gerufen, doch laut Stadtoberhaupt Nico Klose aus Neubrandenburg fehlt es an einer konkreten Drogenpolitik in seiner Stadt. Der Abwasser-Test habe zudem hohe Drogenrückstände in der Stadt aufgezeigt, was die Dringlichkeit des Handelns unterstreicht.
Zukunftsweisende Ansätze
Ein Lichtblick sind die bereits ausgebildeten 25 Drogenpräventionskräfte, und ein weiterer Ausbildungskurs für ebenso viele Kräfte steht bevor. Grämke hebt die Bedeutung von regelmäßiger Drogenaufklärung hervor, um junge Menschen zu sensibilisieren und sie vor den Gefahren zu warnen. Drug-Checking bei Veranstaltungen sei ein Schritt in die richtige Richtung und könnte das Risiko von Drogenüberdosen verringern. In Ländern mit erfolgreich umgesetzten Drug-Checking-Programmen konnten signifikante positive Effekte in der Drogenpolitik beobachtet werden.
Es liegt nun an den Verantwortlichen, das wilde Potpourri an Drogenangeboten und das damit verbundene Risiko für Jugendliche ernst zu nehmen. Der Ausbau der Präventionsmaßnahmen und die nötigen Aufklärungsangebote sind keine bloße Wunschliste mehr, sondern ein essenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Drogenpolitik im Land.