Neubrandenburg fragt: Wie steht es um unseren Einzelhandel?

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Neubrandenburg startet eine Datenerhebung zum Einzelhandel, um Handelsstrategien zu verbessern. Unternehmen und Kunden werden befragt.

Neubrandenburg startet eine Datenerhebung zum Einzelhandel, um Handelsstrategien zu verbessern. Unternehmen und Kunden werden befragt.
Neubrandenburg startet eine Datenerhebung zum Einzelhandel, um Handelsstrategien zu verbessern. Unternehmen und Kunden werden befragt.

Neubrandenburg fragt: Wie steht es um unseren Einzelhandel?

In Neubrandenburg stehen die Zeichen auf Veränderung: Ab sofort startet die Stadt eine umfassende Datenerhebung zum Einzelhandel, und das Interesse der lokalen Akteure ist ergreifend. Die Initiative soll aktuelle Informationen über die Handelsituation, das Kaufverhalten und die Erwartungen der Unternehmen sammeln. Strelitzius berichtet, dass die Ergebnisse dieser Erhebung wesentliche Entscheidungshilfen für die zukünftige Handelsstrategie der Stadt bieten werden.

Die große Befragung richtet sich sowohl an lokale Einzelhandelsunternehmen als auch an die Kundschaft. Für die Unternehmen wird eine Online-Befragung verfügbar sein, die bis zum 15. November 2025 ausgefüllt werden kann. Diese dauert etwa 20 bis 30 Minuten und thematisiert Herausforderungen, Chancen und Entwicklungspotenziale. Einzelhändler sind eingeladen, Fragen auszuwählen, die für sie von Bedeutung sind, wobei der Zugang zur Umfrage unter diesem Link zu finden ist.

Stimmungsbild der Kunden einfangen

Parallel dazu wird auch die Stimme der Neubrandenburger Kundschaft gehört. Ihre Befragung zielt darauf ab, Wahrnehmungen, Wünsche und Erfahrungen zu erfassen und kann bis zum 22. November 2025 in nur 5 bis 10 Minuten ausgefüllt werden. Der entsprechenden Link zur Umfrage ist hier erhältlich. Die Auswertung beider Befragungen ist für das Frühjahr 2026 geplant und wird direkt in die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt einfließen.

Wesentliche Themen werden hierbei die Digitalisierung, die steigenden Energiepreise und die Nachhaltigkeit sein – allesamt Herausforderungen, die auch im Bericht von ibi research und DIHK zum deutschen Einzelhandel 2024 thematisiert werden. Hier wird nicht nur auf die Schwierigkeiten durch Fachkräftemangel und Frequenzrückgänge hingewiesen, sondern auch auf die zunehmenden Belastungen durch Rückzahlungen der Corona-Soforthilfe und die steigenden Mieten.Die IHK Neubrandenburg hebt hervor, dass über 50% der stationären Händler von Ladendiebstählen betroffen sind und sich eine stärkere Strafverfolgung wünschen.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus

Besonders interessant ist, dass 2/3 der Händler sich aus eigenem Antrieb für Nachhaltigkeit einsetzen. Dennoch ist nur jeder zweite Kunde zufrieden mit den Fortschritten in diesem Bereich. Kleinere Händler zeigen sich oft weniger gut auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet – nur 25% haben eine Digitalisierungsstrategie. Der stationäre Einzelhandel bleibt weiterhin der stärkste Vertriebskanal, aber der Anteil der Multikanal-Händler wächst.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf den zunehmenden Regulierungen, die laut 75% der Händler als negativen Einfluss wahrgenommen werden. Im Durchschnitt verbringen Händler beeindruckende 51 Stunden pro Monat und geben 3.400 Euro für bürokratische Auflagen aus. Diese Herausforderungen gilt es nun, mit den Ergebnissen der Datenerhebung gezielt anzugehen und Lösungen zu entwickeln.

Die Stadtverwaltung Neubrandenburg packt die Themen an und möchte durch diese Datenerhebung die Weichen für eine positive Entwicklung im Einzelhandel stellen. “Wir haben die Sichtweisen aller Akteure im Blick”, betont die Stadt, und hofft auf eine rege Teilnahme an den Umfragen. Denn eines ist sicher: Nur mit einer starken Gemeinschaft kann man die Herausforderungen der nächsten Jahre meistern.