Wertstoffhof 4.0: Wittenberge will mit Digitalisierung durchstarten!
EU-Abgeordneter Christian Ehler und Landrat Müller diskutieren Modernisierung des Wertstoffhofs in Wittenberge zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung.

Wertstoffhof 4.0: Wittenberge will mit Digitalisierung durchstarten!
In Wittenberge hat ein Treffen zwischen dem EU-Abgeordneten Christian Ehler (CDU) und Landrat Christian Müller (SPD) stattgefunden, das nicht nur lokale Belange, sondern auch europäische Recyclingstandards umriss. Die beiden Politiker besichtigten den 30 Jahre alten Wertstoffhof und diskutierten Modernisierungspläne, die für die Region von großer Bedeutung sind. Laut Nordkurier steht die Entwicklung eines Pilotprojekts mit dem Namen „Wertstoffhof 4.0“ im Raum, das die Digitalisierung und Grundsanierung der Einrichtung zum Ziel hat.
Das Projekt steckt momentan noch in den Kinderschuhen: Konkrete Kosten und Zeitpläne liegen derzeit nicht vor. Adrean Beckmann, Sachbereichsleiter für Wirtschaft und Infrastruktur, betonte, wie wichtig es sei, das Projekt bürgerorientiert zu gestalten. In der Prignitz gibt es insgesamt drei Kleinannahmestellen, wobei die Standorte Pritzwalk und Perleberg bereits modernisiert wurden. Besonders der Wertstoffhof in Wittenberge leidet unter dringendem Handlungsbedarf. Die Verhältnisse sind alles andere als optimal: unsichere elektrische Anlagen, gesperrte Abfallschütten und Schimmel in den Sanitärbereichen sind nur einige der Probleme, die gelöst werden müssen.
Keine Zeit zu verlieren
„Wertstoffhof 4.0“ soll nicht nur die Sanierungen vorantreiben, sondern auch die Digitalisierung einführen. Geplant ist ein hybrides Betriebsmodell, das reguläre Öffnungszeiten mit Personal und die 24/7-Nutzung über eine elektronische Pforte sowie digitale Termine verbindet. Dieses Konzept zielt darauf ab, unter anderem illegale Müllablagerungen zu reduzieren und eine effiziente Annahme zu gewährleisten. Der Landkreis hofft zudem, durch das Modernisierungskonzept auf erhöhte Chancen auf Fördergelder zuzugreifen. Beckmann weist auf die EU-Vorgaben hin, die mit der alten Anlage kaum einzuhalten sind, was modernisierende Maßnahmen umso dringlicher macht.
Christian Ehler warnte in diesem Zusammenhang vor kurzfristigen Lösungen, die möglicherweise langfristige Kostenprobleme nach sich ziehen könnten. Er bot seine Unterstützung bei der Suche nach Kooperationspartnern und Terminen in Brüssel an. Ehler forderte dazu auf, Inspiration in anderen europäischen Ländern zu suchen, um von erfolgreichen Ansätzen zu lernen.
Der europäische Kontext
Die Modernisierung des Wertstoffhofs in Wittenberge ist Teil eines größeren Trends, den die EU in der Abfallpolitik vorantreibt. Laut EU-Umweltpolitik zielt diese darauf ab, hochwertige Ressourcen aus Abfall zu gewinnen und somit wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Dabei spielt die Abfallrahmenrichtlinie der EU eine zentrale Rolle und definiert eine „Abfallhierarchie“ für die Abfallbewirtschaftung.
Obwohl die EU große Anstrengungen unternimmt, um die Recyclingquote zu erhöhen, zeigt die Statistik: Der Durchschnittseuropäer produziert jährlich etwa 5 Tonnen Abfall, von denen lediglich 38% recycelt werden. Schockierend ist, dass in einigen EU-Ländern über 60% des Haushaltsabfalls noch immer auf Deponien landen. Die ehrgeizigen Ziele der EU-Politik wie der Schutz der Umwelt, die Übergang zur Kreislaufwirtschaft und die Förderung von Innovation im Recycling machen die anstehenden Maßnahmen in Wittenberge umso wichtiger.
Ein verwandtes EU-gefördertes Projekt, „Recycling 4.0“, setzt auf digitale Lösungen und Robotik, um für eine vollständige Verwertung von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektroautos zu sorgen. Hierbei soll der Wert der Rohstoffe erhalten bleiben, was für eine effiziente Kreislaufwirtschaft essenziell ist. Das Projekt hebt Deutschland im Recyclingsektor auf die nächste Stufe und zeigt, wie Transformation durch Innovation tatsächlich funktionieren kann.