Was gibt’s Neues aus Neustrelitz? Heute dreht sich alles um eine schokoladige Aktion, die das städtische Erbe mit köstlichen Leckereien verbindet. Birgit und Klaus Berg haben in der Glambecker Straße 24 ihren Feinkost- und Spezialitätenladen eröffnet, wo sie handwerklich gefertigte Schokoladentafeln in den Sorten Vollmilch und Zartbitter anbieten. Ihr Motto „Wir Schlosstafeln finden, dass das Neustrelitzer Schloss einen Wiederaufbau verdient hat“ könnte nicht passender sein. Denn während die Süßigkeiten die Gaumen erfreuen, fließt ein Teil des Erlöses in die wichtige Virtualisierung des Neustrelitzer Residenzschlosses, unterstützt durch das Projekt „Weg der Parlamentarier“, das die Wiederherstellung historischer Innenräume zum Ziel hat.strelitzius.com
Die ehrgeizige Initiative wurde in Zusammenarbeit mit Franz und Holger Wilfarth ins Leben gerufen, um die Geschichtserhaltung des Schlosses nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch voranzutreiben. Ein Teil des Erlöses von den Schokoladentafeln geht an den Residenzschlossverein Neustrelitz e.V., der sich um die virtuelle Wiederherstellung des Treppenhauses und der Saalflächen bemüht, die einst Teil des Erweiterungsbaus von 1909 waren.
Einblick in die Geschichte des Schlosses
Doch was macht das Neustrelitzer Schloss so besonders? Ursprünglich um 1710 als Jagdhütte erbaut, wurde es 1733 zur Hauptresidenz von Herzog Adolf Friedrich III. und prägte das Stadtbild von Neustrelitz, das rund um das Schloss entstandmecklenburg-strelitz.org. Bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918 diente das Schloss als Zentrum des herzoglichen Lebens. Nach der Novemberrevolution wurde das Schloss verstaatlicht und erlebte eine bewegte Geschichte, in der es schließlich 1945 durch einen Brand fast vollständig zerstört wurde. Erst seit den 1990er Jahren gibt es Bestrebungen, Teile des Schlosses wiederaufzubauen, und in den letzten Jahren wurden Schritte zur Wiederherstellung des Schlossturms unternommen, der künftig als Ausstellungs- und Aussichtsturm genutzt werden soll.
Für die Berg-Familie ist die Schokoladenaktion nicht nur ein finanzieller Beitrag für den Schlossausbau, sondern auch ein Ausdruck der Liebe zur Geschichte ihrer Stadt. „Der Turm trägt zur Weiterentwicklung des Tourismus bei“, so die Bergs, die den kulturellen Wert des Schlossgartens, der Schlosskirche und der Orangerie betonen. Die Wiederherstellung der Sichtachse vom Markt zum Schlossgarten könnte das historische Erbe Neustrelitz’ weiter aufwerten und auch die Geschichtsbildung für Jung und Alt fördern.
Von Tradition bis Zukunft
Die Geschichte des Schlosses fängt mit seinen barocken Anfängen und der Gestaltung des Schlossgartens an, der von der Hand großer Architekten wie Christoph Julius Löwe und Peter Joseph Lenné entworfen wurde. Ob mit dem charmanten Denkmal für Königin Luise von Preußen oder den prachtvollen Umgestaltungen, die die Einflüsse vergangener Epochen zeigen – der Schlossgarten erzählt eine eigene Geschichte. Während das Areal weiterhin von seinen historischen Wurzeln geprägt bleibt, zielt die virtuelle Wiederherstellung darauf ab, ein Stück dieser Geschichte in die Gegenwart zu transportierenwikipedia.org.
Zusammengefasst: Die Bergs und ihr kreativer Verkauf von Schokoladentafeln sind nicht nur eine süße Sache, sondern auch ein Schritt auf dem Weg, Neustrelitz seine Geschichte zurückzugeben. Mit dem Erlös aus diesem schokoladigen Projekt kann jeder einen Teil dazu beitragen, dass die Erinnerungen an das Residenzschloss weiterleben. Wer genüsslich naschen und gleichzeitig Gutes tun möchte, sollte sich schnell in den Feinkostladen aufmachen!