Schüler in Not: Vandalismus zwingt Schulen zu drastischen Maßnahmen!
Schulen in Baden-Württemberg reagieren auf Vandalismus mit dem Abbau von Toilettentüren. Eine aktuelle Studie zeigt Lösungen.

Schüler in Not: Vandalismus zwingt Schulen zu drastischen Maßnahmen!
In Schulen wird zunehmend ein ernsthaftes Problem sichtbar, das alle betrifft: Vandalismus in den Schultoiletten. Diese Problematik ist nicht nur in Norddeutschland, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands, wie etwa in Baden-Württemberg, ein echtes Ärgernis. Dort wurden bereits als Reaktion auf die Vandalismuswelle Toilettentüren in mehreren Schulen, unter anderem in Aulendorf und Remseck-Pattonville, ausgehängt. Auf manchen Jungentoiletten fehlten diese Türen monatelang, was eine besorgniserregende Situation für Schülerinnen und Schüler darstellt. Die Schulleitung im Kreis Ludwigsburg begründet die Verzögerungen beim Einbau neuer Türen damit, dass die mutmaßlichen Täter erst die Schule verlassen sollten, wie Nordkurier berichtet.
Das ist jedoch nicht das einzige, was alarmieren sollte. Eine kürzlich durchgeführte Studie der Universität Bonn, welche die Nutzung von Schultoiletten in Berlin unter die Lupe genommen hat, zeigt besorgniserregende Ergebnisse. Den Schülern wurde im Durchschnitt die Note 4- für die Schultoiletten gegeben. Fakt ist, dass 46 % der Schülerinnen und Schüler das Urinieren und 85 % das Defäkieren in der Schule vermeiden, oft aus Mangel an Hygiene und Privatsphäre. Dies führt dazu, dass über ein Viertel der Schüler in der Schule weniger isst und trinkt, um Toilettengänge zu vermeiden. Die Hauptgründe hierfür sind Gestank, fehlende Privatsphäre und kein Klopapier. Diese Probleme wirken sich nicht nur auf das körperliche Wohlbefinden aus, sondern auch auf die schulischen Leistungen, wie die Ergebnisse der Studie sehr deutlich machen.
Die Ursachen des Vandalismus
Vandalismus in Schultoiletten ist ein Thema, das zunehmend Aufmerksamkeit erfordert und durch verschiedene Faktoren bedingt ist. Laut Heimbildungsstätte können Langeweile, besonders in Pausen ohne Beschäftigung, sowie Gruppenzwang als „Mutprobe“ zu den Ursachen zählen. Fehlende Aufsicht in Toilettenräumen und eine mangelnde Wertschätzung für die schulischen Einrichtungen sind ebenfalls entscheidend. Dies führt zu Zerstörung und Missachtung öffentlicher Einrichtungen, was alles andere als förderlich für das Schulklima ist.
Prävention und Lösungsvorschläge
Was kann dagegen unternommen werden? Die bereits genannten Studien legen nahe, dass die Einbindung der Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung und Pflege ihrer Toiletten einen entscheidenden Einfluss haben kann. Die Ergebnisse aus der Studie der Universität Bonn belegen, dass nur 3 % der Schüler in die Gestaltung der Toiletten einbezogen wurden. Hier gibt es also einen riesigen Handlungsbedarf. Die Schulleitungen sollten gemeinsam mit den Schülern Konzepte zur Verbesserung entwickeln. Sanitärwirtschaft unterstützt diese Ansicht, indem sie betont, wie wichtig es ist, die Schülerschaft aktiv zu beteiligen.
Außerdem wird empfohlen, die Aufsicht während der Pausen zu verstärken und Projekte zur Schulwerteerziehung sowie Workshops zu Gemeinschaft und Respekt anzubieten. Initiativen wie „Patenprojekte“ mit älteren Schülern könnten als Vorbilder fungieren und ein positives Beispiel setzen. Offene Kommunikationskanäle über die Folgen von Vandalismus, inklusive möglicher Bußgelder, sollten etabliert werden, um das Bewusstsein für diesen Missstand zu schärfen. Es braucht eine gemeinsame Lösung, die die gesamte Schulgemeinschaft – Lehrer, Schüler und Eltern – einbindet.