Zorn in Neustrelitz: Weihnachtsbaum gefällt – Bürger empört!
Neustrelitz steht im Fokus nach der umstrittenen Fällung eines gesunden Weihnachtsbaums auf dem Marktplatz – Anwohner äußern Unmut.

Zorn in Neustrelitz: Weihnachtsbaum gefällt – Bürger empört!
In Neustrelitz stehen die Wogen hoch, denn die geliebte Fichte auf dem Marktplatz, die erst kürzlich als Weihnachtsbaum aufgestellt wurde, sorgt für hitzige Diskussionen. Diese Fichte, die mit stolzen 13 Metern Höhe und einem Stammdurchmesser von 31 cm aufwarten kann, wurde am Dienstag gefällt, um Platz für geplante Arbeiten am Mischwasserkanal zu schaffen. Andreas Köhncke, der Sachbearbeiter für Stadtgrün, betont, dass der Baum gesund und schön war. Dennoch war diese Maßnahme notwendig, denn der Baum stand auf einer städtischen Fläche in der Emil-Kraepelin-Straße und die Fällung erfolgte im Rahmen von planmäßigen baulichen Veränderungen.
Besonders betroffen zeigen sich Anwohner. Petra Siegel und Caro S. äußern ihren Unmut über den Verlust des Baums, der für viele als eine Art Schattenspender und Schmuckstück der Umgebung galt. „Das ärgert mich schon, ich habe den Blick auf diesen Baum geliebt“, so Caro S. über die nun fehlende Sicht auf das grüne Juwel. Diese sentimentalen Enttäuschungen mischen sich mit der Tatsache, dass in Neustrelitz noch eine Baumschutzverordnung gilt, die Fällungen nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Die Regelungen sind klar: Ein Baum darf nur mit Genehmigung gefällt werden, wenn er einen Stammumfang von mehr als 100 cm hat. Trotz dieses Schutzrahmens ist die Baumschutzsatzung der Stadt Neustrelitz seit 2013 aufgehoben und es gilt das Naturschutzausführungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern.
Der Weg zum Weihnachtsbaum
Jährlich werden viele Weihnachtsbäume in Neustrelitz traditionell von Privatpersonen gespendet. Dieses Jahr jedoch wurde mit der Fichte ein städtisches Exemplar gewählt. Der Baum ziert nun den Marktplatz und wird im Rahmen des „Hofzaubers“ am Freitag feierlich beleuchtet. Doch während die festliche Stimmung auf dem Marktplatz Einzug hält, bleibt die Diskussion um die Fällung des Baumes nicht unbeachtet.
Nicht nur die Anwohner sind unzufrieden. Viele Menschen schätzen die Bedeutung von Bäumen für die Lebensqualität in städtischen Gebieten. Bäume sind nicht nur ein Lebensraum für Tiere, sie verbessern auch die Luftqualität und tragen zu einer besseren Lebensweise bei. Das zeigt auch, wie wichtig die behördliche Kontrolle bei Baumfällungen ist. Eine Baumfällgenehmigung muss schriftlich beantragt werden und der Prozess kann zwischen 25 und 85 Euro kosten, bevor die zuständigen Behörden innerhalb von drei Wochen darüber entscheiden, ob die Genehmigung erteilt wird oder nicht. Fällungen ohne Genehmigung können sogar mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro bestraft werden, wie auf Gartenbau.org beschrieben wird.
Wie geht es weiter?
Dennoch bleibt die Fläche, auf der die Fichte stand, in ihrem jetzigen Zustand erhalten. Zukünftige Maßnahmen beinhalten die Pflanzung von insektenfreundlichen Sträuchern und die Schaffung eines Verbindungsweges zum Uferweg Glambecker See. Diese Potenzialnutzung könnte in den nächsten Wochen umgesetzt werden, was einige Anwohner zuversichtlich stimmt, auch wenn die emotionale Wunde der Baumfällung noch frisch ist. Die Diskussion wird wohl noch eine Weile anhalten, da der Erhalt der Bäume und der Natur auch bei zukünftigen Bauvorhaben im Fokus stehen sollte, wie auf NABU dargelegt wird.
Insgesamt bleibt die Situation in Neustrelitz angespannt. Die Herzensangelegenheiten der Anwohner und die bürokratischen Regelungen müssen in Einklang gebracht werden. Die nächste Anhörung wird zeigen, ob die Sorgen der Bevölkerung Gehör finden.