Ab dem 1. Februar 2026 werden die Gebühren für die Musikschule „Johann M. Sperger“ in Ludwigslust-Parchim kräftig steigen. Der Kreistag hat am 14. Oktober 2025 dieser Erhöhung zugestimmt, um den gestiegenen allgemeinen Kosten Rechnung zu tragen. Dies schlägt sich in einer differenzierten Preisstruktur nieder, die sowohl Schüler unter als auch über 18 Jahren betrifft. Eine einmalige Aufnahmegebühr von 20 Euro wird fällig, und die jährlich festgelegte Gebühr wird in sechs monatlichen Raten als Schulhalbjahresgebühr erhoben, wie der Nordkurier berichtet.

Die neuen Preise betreffen vor allem den Einzelunterricht sowie verschiedene Kurs- und Ensembleangebote. So wird der Einzelunterricht für Erwachsene über 18 Jahre von aktuell 83,48 Euro auf bis zu 187,93 Euro für eine 60-minütige Stunde erhöht. Auch die Kurse mit 8 Unterrichtseinheiten steigen erheblich, von 127,95 Euro auf 269,45 Euro und von 191,20 Euro auf 387,48 Euro. Sogar der Tanzunterricht für Erwachsene verteuert sich ordentlich: Eine 90-minütige Stunde kostet künftig 59,32 Euro statt 25,09 Euro.

Erhöhungen… und Ermäßigungen

Die Preissteigerungen machen auch vor der musikalischen Früherziehung nicht Halt; die Gebühren für 30 Minuten Unterricht steigen von 8 Euro auf 14,83 Euro. Der Ensembleunterricht für Gruppen von bis zu 6 Personen wird teilweise das Drei- oder Vierfache der bisherigen Gebühr kosten. Auch Partnerunterricht und Gruppenunterricht liegen künftig in einem höheren Preissegment.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Musikschule bietet Ermäßigungen für Familien mit geringem Einkommen an, die bis zu 50 Prozent der Gebühren reduzieren können. Dies zeigt, dass die Schule die Bedeutung ihrer Angebote für die musikalische Ausbildung und persönliche Entwicklung der Schüler nicht aus den Augen verliert. Die neue Gebührensatzung war nötig, um die Lehrentgelte an die allgemeine Kostenentwicklung anzupassen, nimmt aber ebenfalls Rücksicht auf sozial schwache Familien.

Einblicke in andere Musikschulen

In Reutlingen wiederum hat man mit einem flexiblen Gebührenmodell experimentiert, das ermäßigte Sätze für mehrere Verträge innerhalb einer Familie vorsieht. Zudem wird dort mit einem Auswärtigenzuschlag gerechnet, falls man außerhalb der Stadt wohnhaft ist, was ein zusätzliches Kostenkriterium darstellt.

Angesichts dieser steigenden Gebühren ist es für viele Familien entscheidend, sich über die verschiedenen Ermäßigungen und Befreiungen gut zu informieren. Die Musikschule zeigt mit ihren Angeboten, dass sie nicht nur ein populärer Treffpunkt für angehende Musiker ist, sondern auch ein Ort, der sich bemüht, soziale Verantwortung zu übernehmen und den Zugang zu Musikbildung für alle zu ermöglichen.