Pinnow sagt Lebewohl zur Fernwärme: Nutzer müssen umrüsten!

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In Pinnow endet das überaltete Fernwärmesystem. Die Gemeinde plant den Rückzug bis 2030. Nutzer müssen umstellen.

In Pinnow endet das überaltete Fernwärmesystem. Die Gemeinde plant den Rückzug bis 2030. Nutzer müssen umstellen.
In Pinnow endet das überaltete Fernwärmesystem. Die Gemeinde plant den Rückzug bis 2030. Nutzer müssen umstellen.

Pinnow sagt Lebewohl zur Fernwärme: Nutzer müssen umrüsten!

Es gibt Neuigkeiten aus der Gemeinde Pinnow, die das Ende einer Ära markieren. In dieser kleinen, aber feinen Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind derzeit 160 Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen. Doch die Zeichen stehen auf Umbruch: Das fast 30 Jahre alte Fernwärmesystem hat mittlerweile das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Diese Entscheidung hat die Gemeindevertretung in einem klaren Schritt als “geordneten Ausstieg” aus der Fernwärmeversorgung beschlossen, wie ndr.de berichtet.

Die technische Überalterung des Netzes ist nicht zu übersehen: Es kommt zu Wärmeverlusten von mehr als 35 Prozent. Diese ineffiziente Versorgung führt dazu, dass die Zahl der Nutzer sinkt und die Grundkosten für die verbliebenen Haushalte drastisch ansteigen. Ein Teufelskreis, dem die Verantwortlichen nicht mehr tatenlos zusehen wollen. Der kommunale Eigenbetrieb für die Fernwärmeversorgung, der im Jahr 2007 ins Leben gerufen wurde, könnte mit Investitionen von drei bis vier Millionen Euro in einen Weiterbetrieb gezwungen werden, doch diesen Weg erachtet die Gemeinde als unwirtschaftlich.

Der Ausstieg und seine Folgen

Bis zur geplanten Abschaltung in gut fünf Jahren müssen alle verbliebenen Nutzer ihre Heizsysteme umstellen, was eine Herausforderung darstellen dürfte. Eine Informationsveranstaltung für die Anwohner ist bereits für Mittwochabend in Pinnow angesetzt. Hier sollen die Einzelheiten des Ausstiegs und mögliche Alternativen betrachtet werden, um den Bürgern die Umstellung zu erleichtern und Unsicherheiten abzubauen.

Die Situation in Pinnow reiht sich in einen größeren Trend ein, der derzeit in vielen Gemeinden zu beobachten ist. Das Ziel, fossildominierte Wärmeversorgungen auf klimaneutrale Lösungen umzustellen, wird in der KOWID-Studie thematisiert. Diese Studie, die von etwa 600 Kommunen und nahezu 100 Energieversorgungsunternehmen in Deutschland unterstützt wird, hat unter anderem das Potenzial von Wärmenetzen analysiert. Die Umsetzung der Wärmewende wird als zentrale Herausforderung für die kommunale Energieplanung identifiziert, wie staedtetag.de berichtet.

Ein Blick nach vorne

Die flächendeckende Etablierung von Wärmenetzen steht noch am Anfang, vor allem in den ländlicheren Regionen, wo oft auch die Planung und Finanzierung den Kommunen Schwierigkeiten bereitet. Auch die begrenzte Speicherkapazität von Wärme in Pufferspeichern bereitet den Energieversorgern Kopfzerbrechen. Dennoch sind diese Netze eine vielversprechende Lösung auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045, und die Studie hebt die Notwendigkeit hervor, diese Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

So steht Pinnow vor der Aufgabe, nicht nur die Technik zu überdenken, sondern auch den Einwohnern eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Heizalternative anzubieten. In einer Zeit, in der der Umweltschutz immer mehr in den Vordergrund rückt, könnte hier ein gutes Händchen nicht nur der Gemeinde, sondern auch den Anwohnern zugutekommen.