In der malerischen Kulisse des Fischereihafens Rostocks liegt der historische Fischkutter „Pasewalk“ zurzeit an Land. Doch die Uhr tickt, denn das altehrwürdige Schiff, das 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut wurde, droht zu verfallen. In einer kürzlich abgehaltenen Sitzung des Ortsbeirats Warnemünde stellte Vorsitzender Axel Tolksdorff die nächsten Schritte zur Rettung des Kutters vor. „Es gibt Hoffnung“, betonte er und skizzierte die Pläne, das Schiff unter Denkmalschutz zu stellen, um öffentliche Fördermittel zu akquirieren.

Die „Pasewalk“ ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern auch ein Symbol für die maritime Tradition der Region. Mit einer Länge von 17 Metern und einer Breite von 5,60 Metern ist der Kutter ein beeindruckendes Relikt aus einer Zeit, in der die Fischerei das Leben vieler Menschen prägte. Nach der Wende übernahm der Verein Jugend zur See das Schiff, doch im Jahr 2024 musste der Verein bekannt geben, dass er die laufenden Kosten nicht mehr tragen kann. Der Vereinsvorsitzende Norbert Ripka bot an, das Schiff für einen symbolischen Euro abzugeben – ein Angebot, das die Herzen der Unterstützer höherschlagen lässt.

Rettungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten

Allerdings sind für die Rettung der „Pasewalk“ umfangreiche Investitionen erforderlich. Tolksdorff kalkuliert mit Kosten von rund 140.000 Euro, wobei er einen höheren Betrag nicht ausschließt. Der Kutter liegt nun seit etwa einem Jahr an Land, und die Zeit ist nicht auf seiner Seite: Das Holz leidet, Planken schwinden und Material fällt aus. Doch die Hoffnung lebt weiter, denn die „Pasewalk“ gilt nach wie vor als seetüchtig, benötigt jedoch vor der Zuwasserlassung eine umfassende Sanierung.

Um die Rettung des Kutters voranzutreiben, hat Tolksdorff bereits mögliche Fördermittel ins Visier genommen, darunter einen neuen Fonds für maritimes Erbe. Eine Begutachtung durch die Pöhler Werft ist für Anfang Mai geplant, um ein aktuelles Gutachten samt Kostenvoranschlag zu erstellen. Darüber hinaus plant Tolksdorff, Förderwillige zusammenzubringen und Online-Aktionen zu starten, sobald der Denkmalschutzantrag gestellt ist. „Jeder Euro zählt!“, so sein Vorschlag, dass Touristen und Einheimische durch freiwillige Beiträge zur Rettung des Kutters beitragen könnten.

Ein großer Schritt für Traditionsschiffe

Die „Pasewalk“ ist nicht das einzige Traditionsschiff, das um Unterstützung kämpft. Die Bundesregierung hat kürzlich über 23 Millionen Euro bereitgestellt, um die Erhaltung norddeutscher Traditionsschiffe zu fördern. Unter den betroffenen Schiffen sind namhafte Vertreter wie das Feuerschiff „Borkumriff“ und der Großsegler „Gorch Fock I“. Die Gelder stammen aus dem Haushalt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und fließen über das Förderverfahren „KulturInvest“. Ziel dieser Mittel ist die langfristige technische Sicherung, denkmalgerechte Sanierung und der Erhalt der Schiffe.

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Ab 2026 wird zudem die „Deutsche Stiftung Maritimes Erbe“ gegründet, die mit insgesamt 30 Millionen Euro bis 2028 unterstützt. Diese neue Initiative könnte die Rettung der „Pasewalk“ und anderer Traditionsschiffe entscheidend voranbringen. Doch die finanziellen Herausforderungen bleiben groß, und so ist die Unterstützung der Gemeinschaft mehr denn je gefragt, um die maritimen Schätze unserer Region für die Zukunft zu bewahren.