Freiwillige reinigen Warnemünder Strand: Silvestermüll alarmiert alle!
Am Neujahr 2026 sammelten Freiwillige in Rostock am Warnemünder Strand 37 kg Müll, nachdem Feuerwerk massiven Abfall verursachte.

Freiwillige reinigen Warnemünder Strand: Silvestermüll alarmiert alle!
Der Neujahrsmorgen in Warnemünde zeigte sich nicht nur in festlicher Stimmung, sondern auch in einem Bild, das vielen ein großes Anliegen ist: Aufräumen. Am 2. Januar 2026 trafen sich 15 Freiwillige sowie Mitarbeitende des Bauhofs und der Stadtentsorgung, um den Strand von den Überresten des Silvesterfeuerwerks zu befreien. Organisiert wurde die Aktion vom Rostocker Meeresmüllstammtisch und der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Ein bemerkenswerter Einsatz, der zeigt, dass der Umweltschutz nicht nur eine Schlagzeile ist, sondern auch im Kleinen beginnt.
In nur zwei Stunden wurden stolze 37 Kilogramm Müll gesammelt, darunter Raketenstöcker, Plastikspitzen und Batteriereste. Allerdings lag gut die Hälfte dieser Abfälle in geschützten Dünen, was die Besorgnis von Mila Zarkh, der Nachhaltigkeitsmanagerin der Tourismuszentrale, untermauert. Ihr Anliegen? Auf die alarmierenden Abfallmengen aufmerksam zu machen. Diese Problematik wird vor allem im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Treffen der Rostocker Bürgerschaft diskutiert, bei dem über feuerwerksfreie Ruhezonen abgestimmt wird.
Der Druck auf die Politik wächst
Das Anliegen dieser Sammelaktion ist nicht nur ein einmaliges Event. Nardine Stybel, die Geschäftsführerin des Vereins “EUUC- Die Küsten Union Deutschland”, konkretisiert die Forderung nach einem Böllerverbot am Strand. Laut einer Umfrage wünschen sich 59% der Bevölkerung ein Ende der privaten Böllerei, was die Verplichtung für die Politik umso dringlicher macht. Angesichts der vielen Verletzungen und gesundheitlichen Gefahren, wie sie in zahlreichen Berichten belegt sind, wächst der Druck auf die Entscheidungsträger.
- Im Laufe der Silvesternacht 2024/2025 gab es fünf Todesfälle und tausende Verletzungen, die häufig Kinder und Unbeteiligte betrafen.
- Knapp 800 Augenverletzungen wurden gemeldet, 40% davon bei Kindern und Jugendlichen.
- Etwa 8.000 Menschen erleiden jährlich durch Feuerwerkskörper Innenohrschädigungen.
- Feuerwerk hat auch Auswirkungen auf die Luftqualität: An Silvester steigen die Feinstaubwerte vielerorts auf über 1000 µg/m³.
Die zuständigen Stellen können nicht über die Augen hinwegsehen. Feuerwerkskörper verursachen nicht nur Scherben und Müll, sondern auch eine erhebliche Belastung für unsere Gesundheit und die Umwelt. Der Bundesärztekammer zufolge belasten die Verletzungen, die jährlich durch Böller verursacht werden, das gesetzliche Kassensystem mit enormen Kosten. Aktuelle Forderungen sind daher, die bestehenden Regelungen für Feuerwerksverbote zu überdenken und klare, umfassende Richtlinien zu schaffen.
Ein Blick in die Zukunft
Alternativen zu Silvesterfeuerwerk werden weltweit diskutiert. In Städten wie Turin, Paris und Brüssel greift man bereits auf feinstaubfreie Optionen wie Licht- und Drohnenshows zurück. Die DEHUG und viele engagierte Bürger fordern ähnliche Lösungen hierzulande. Denn letztlich geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um die Lebensqualität in unseren Städten – besonders für die Kleinsten und unsere tierischen Begleiter.
Zusammengefasst, die Bemühungen der Freiwilligen in Warnemünde sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch um den Missstand nachhaltig zu bekämpfen, braucht es vor allem politisches Handeln – und das dringend.