Rostock diskutiert: Ruhezeiten und Schutz gegen Feuerwerkschaos!
Rostock plant neue Regeln für Silvesterfeuerwerk: Schutz- und Ruhezonen sollen Natur und Menschen vor Feuerwerksbelastung schützen.

Rostock diskutiert: Ruhezeiten und Schutz gegen Feuerwerkschaos!
In Rostock wird derzeit intensiv über das Silvesterfeuerwerk diskutiert. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.Volt hat das Thema auf die Agenda gesetzt und schlägt vor, spezielle Schutz- und Ruhezonen für das Feuerwerk einzurichten. Diese Zonen sollen insbesondere an Natur- und Badestränden sowie in ruhigen Stadtteilen festgelegt werden, um die Belastungen für Menschen, Haustiere und die Umwelt zu verringern. Der geplante Antrag umfasst auch den Schutz der Ostsee vor den negativen Auswirkungen des privaten Feuerwerks. nnn.de berichtet, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten eine Ruhezone in jedem Stadtteil festlegen soll.
Die Begründung für diese Maßnahmen liegt auf der Hand: Feuerwerk verursacht erhebliche Belastungen. Laut den Informationen vom Umweltbundesamt werden jährlich rund 2.050 Tonnen Feinstaub (PM10) durch Feuerwerkskörper freigesetzt, was etwa 1% der gesamten PM10-Emissionen in Deutschland ausmacht. Am Neujahrstag ist die Luftbelastung mit Feinstaub oft am höchsten. Dies ist besonders kritisch, denn PM10-Werte können an diesem Tag stellenweise mehrere tausend Mikrogramm pro m³ erreichen. umweltbundesamt.de zeigt auf, dass die Luftqualität durch die Feinstaubemissionen deutlich leidet. Die Ruhezonen könnten zwar nicht alle Probleme lösen, aber sie tragen dazu bei, die Belastung zu verringern und Rückzugsräume zu schaffen.
Schutz vor mehr als nur Lärm
Der Antrag zur Einrichtung von Ruhezonen folgt den bestehenden Beschränkungen in Rostock. So sind Feuerwerke bereits an Tankstellen, in der Nähe von Reetdachhäusern, Kirchen, Krankenhäusern sowie Alten- und Kinderheimen verboten. Diese Maßnahmen sollen die Gefahren von Brandfällen und Verletzungen, die oftmals in der Silvesternacht vorkommen, minimieren. Das Umweltbundesamt weist auf die negativen Effekte hin: Von Verbrennungen, Augenverletzungen bis hin zu ökologischen Schäden, die das Feuerwerk mit sich bringt, ist die Liste lang. Auch die Störung von Wildtieren und die hohe Müllmenge, die nach dem Jahreswechsel zurückbleibt, sind ernst zu nehmende Probleme.
Besonders alarmierend sind die Erkenntnisse über Müll und Umweltschäden: Bei einer Säuberungsaktion nach dem Neujahr 2020 wurden auf nur 100 Metern Strand erstaunliche 4.000 Müllteile gefunden, wobei etwa 70% davon Reste von Feuerwerkskörpern waren. Dies erinnert daran, dass nicht nur der Lärm, sondern auch die Hinterlassenschaften des Feuerwerks deutlich spürbar sind. Um dem Eintrag von Plastik in die Umwelt entgegenzuwirken, soll die Strandsatzung um einen Ausschluss von privatem Feuerwerk ergänzt werden.
Die Bürgerschaft steht vor Entscheidungen
Die Rostocker Bürgerschaft wird sich in den kommenden Sitzungen mit dem Antrag befassen. Ziel ist es, neue Regeln für das Silvesterfeuerwerk zu schaffen und so den Schutz von Mensch und Natur zu erhöhen. Angesichts der Vorbilder aus anderen Städten wie Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und München, die ähnliche Zonen implementiert haben, könnte Rostock einen Schritt in die richtige Richtung machen. Die Diskussion um den Umweltschutz und den nötigen Erhalt der Lebensqualität geht jedoch über das Feuerwerk hinaus – sie ist ein Thema, das viele Rostocker beschäftigt.