Rostocker Hornhautbank: Lebensrettende Spenden für Sehende in Not!
Die Rostocker Hornhautbank verzeichnete 580 Spenden in 2025, unterstützt Patienten bei Hornhauttransplantationen für bessere Sehkraft.

Rostocker Hornhautbank: Lebensrettende Spenden für Sehende in Not!
Ein erfreulicher Trend zeichnet sich im Bereich der Gewebespende ab. Im Jahr 2025 wurden deutschlandweit mehr Gewebespenden verzeichnet als je zuvor, wie NDR berichtet. Besonders Mecklenburg-Vorpommern sticht hervor, wo die Rostocker Hornhautbank stolze 580 Spenden registrierte. Dies entspricht insgesamt 1.160 Spenderaugen, die vielen Patienten Hoffnung auf eine verbesserte Sehkraft geben.
In der Universitätsaugenklinik Rostock, der einzigen Einrichtung in Norddeutschland, die sich auf Hornhauttransplantationen spezialisiert hat, finden fast täglich Operationen statt. Für viele Patienten, die durch Herpes-Infektionen oder den falschen Gebrauch von Kontaktlinsen ihre Sehkraft verloren haben, kann eine Transplantation das Leben verändern. Sie haben die Möglichkeit, bis zu 100 Prozent ihrer Sehkraft zurückzugewinnen – da liegt was an!
Der Weg zur Hornhauttransplantation
Die Hornhautspende ist ein medizinischer Routineeingriff, der in der Regel innerhalb von 30 Minuten durchgeführt wird. In Deutschland werden jährlich etwa 9.000 Augenhornhäute transplantiert, während bei Nierentransplantationen der Schnitt deutlich geringer ausfällt – dort sind es gerade einmal 2.000 pro Jahr, so organspende-info.de.
Die Augenhornhäute werden ausschließlich aus postmortalen Spenden entnommen und sind für den Empfänger meist gut verträglich. Da es nur selten zu Abstoßungsreaktionen kommt, sind in der Regel keine Immunsuppressiva nötig. Die Entnahme erfolgt entweder durch die Gewinnung des gesamten Auges oder durch das Entnehmen eines Stücks der Hornhaut, etwa so groß wie eine 2-Cent-Münze.
Spender und Empfänger – Eine Beziehung, die zählt
Besonders für junge Patienten kann es eine Herausforderung sein, passende Spenderhornhäute zu finden. Der Spender sollte nicht mehr als 20 Jahre älter sein als der Empfänger. Etwa die Hälfte der Patienten, die auf ein Transplantat warten, erhalten jedoch keins. Dies könnte unter anderem an einem mangelnden Wissen über die Gewebespende liegen, so die Einschätzung von Fachleuten. In den Organspendeausweisen gibt es ein Kästchen für die Zustimmung zur Gewebespende, und es wird empfohlen, Angehörige über die eigenen Wünsche zu informieren.
Die Organisation der Hornhautspende erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Bestattern, und Angehörige haben in der Regel keinen Mehraufwand oder Verzögerungen zu erwarten. Nach der Entnahme werden die Hornhäute in eine Hornhautbank transportiert, wo sie beurteilt und für die Transplantation präpariert werden. Für die Hinterbliebenen besteht die Möglichkeit, anonym über den Verlauf der Transplantation informiert zu werden, was vielen Trost spenden kann.
Die gestiegene Bereitschaft zur Gewebespende ist erfreulich, dennoch bleibt der Bedarf an Augenhornhäuten groß. Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren warten weiterhin viele Patienten auf eine passende Transplantation. Die Verbesserung der Lebensqualität durch Hornhautverpflanzungen bleibt somit ein wichtiges Anliegen in der Gesellschaft, wie auch gewebenetzwerk.de betont. Es gilt, weiterhin Aufklärungsarbeit zu leisten und Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.